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Sonntag, 24. Februar 2013

162 »Alle Straßen führen nach Cobá«, Teil I

Von Tempeln, Pyramiden und Krokodilen
Teil 162 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Plan von Cobá
Foto: Archiv Langbein
Nach herrlichen Stunden am Karibik-Strand ging's mit dem Jeep teils auf morastigen Hilfsstraßen, teils auf der vorzüglichen Schnellstraße Tulum – Valladolid nach Cobá in Quintana Roo, Yucatán. Nach einigen Stunden machte sich im Dörfchen Cobá langsam mein rapide gedeihender Sonnenbrand bemerkbar. Es war heiß, die Luftfeuchtigkeit ließ an einen Aufguss in der Sauna denken ... und die gewaltige Ausdehnung der einstigen Maya-Metropole Cobá raubte mir förmlich den Atem. Per Jeep fuhren wir einen Teil der vermuteten Außengrenze von Cobá ab.

»Wie groß Cobá wirklich war ... wir wissen es nicht!« erklärte mir stolz unser Guide. »Vielleicht waren es fünfzig, vielleicht 100 Quadratkilometer!« Nach klassischer Lehrmeinung wurde rund drei Jahrhunderte an der Riesenstadt Cobá gebaut. Groß, wie Cobá war, mussten mehrere Ballspielplätze angelegt werden. Seit zwanzig Jahren wurden, so finanzielle Mittel flossen, kleinere Ausgrabungen durchgeführt. Maria José Con konzentrierte sich dabei auch auf die Ballspielplätze. Bis heute konnte erst ein kleiner Bruchteil der Ruinen untersucht werden.

»Es fehlt am Geld!« schimpft unser Guide. »Und die wirklich wissenden Nachfahren der Maya hegen ein gesundes Misstrauen den Nachkommen der Eroberer gegenüber!« So gibt es Cenotes in Reichweite von Cobá, wie in Chichen Itza. Diese Löcher im Kalkstein dienten den Mayas als Wasserreservoire.« Manche dieser Schlünde (die meisten?) stürzten ein, manche wurden vermutlich von Menschenhand angelegt. »Der Kalkstein würde das Wasser in den Cenotes rasch abfließen, versickern lassen. Lehmschichten verhindern das Abfließen. Und so führen die meisten der Cenotes mehr oder minder ständig Wasser!«

Cenote von Chichen Itza - Foto: Walter-Jörg Langbein
Für die Mayas waren Cenotes freilich nicht nur Löcher im Boden, die sich mit Wasser füllten. Sie sahen in ihnen (in einigen?) Eingänge zur Unterwelt. Unser Guide: »Für die Mayas waren Himmel, Erde und Unterwelt nicht getrennte Bereiche. Das Leben stieg aus der ›Unterwelt‹ empor, um wieder in die ›Unterwelt‹ zu steigen ... und um wieder zurückzukehren!« Ein Teilnehmer unserer Miniexpedition lachte bei dieser Bemerkung: »Heidnischer Aberglaube! Lächerlich!« Ernst fragte unser Guide zurück: »Glaubt der fromme Christ nicht auch, dass Jesus nach seiner Auferstehung in die Hölle fuhr, um nach drei Tagen wieder ins Reich der Lebenden zurückzukehren?« Besserwisserisch meine der hochnäsige Teilnehmer erneut widersprechen zu müssen: »Jesus weilte nicht drei Tage im Reich der Toten! Er kehrte schon am dritten Tage zurück ...« Unser Guide ging auf diese wenig hilfreiche Anmerkung nicht ein. Denn ob nun Jesus nach zweieinviertel oder zweidreiviertel Tagen den Höllenschlund verließ, ändert nichts an der Tatsache, dass auch das Christentum an ein Totenreich glaubt, in das man hinabsteigen, das man aber auch wieder verlassen kann.

Eine lehmige Schicht dichtet die Cenotes zum porösen Kalkgestein ab. In diesen, im Lauf der vielen Jahrhunderte gewachsenen Schichten, werden kostbarste Schätze vermutet.

Unser Guide: »Um die Götter der Unterwelt zu besänftigen, wurden ihnen kostbare Gaben geschenkt. Wunderbare Artefakte aus Gold wurden in Cenotes geworfen, als Opfer für Götter! Sie sanken auf den Grund ... und verschwanden nach und nach im Schlamm!«
Es ist zu vermuten, dass im Schlamm mancher Cenote noch erhebliche Goldschätze zu finden sind. Es genügt aber nicht, Cenotes durch Taucher erforschen zu lassen. Man müsste mit erheblichem Aufwand meterdicke Schlammschichten abpumpen und sieben.

Taucher erforschen einen Cenote bei Tulum - Foto: nru

Mit Prof. Hans Schindler-Bellamy (1901-1982), Wien, hatte ich wiederholt ausführliche Gespräche ... auch über die Mayas, auch über Cobá. Der sympathische Gelehrte skizzierte ein fremdes Weltbild für mich. Demnach gab es in Vor-Maya-Zeiten den Glauben an die Muttergöttin, die als Herrin über Werden des Lebens, Wachsen und Gedeihen, Sterben und neuerlicher Geburt des Lebens bestimmte. Als »Leben« wurden Pflanzen, Tiere und Menschen angesehen. Alles Leben kam aus der Urmutter, der Urgöttin, die – wie im »Alten Testament« Eva – alles Lebende gebar. Der Göttin wurde geopfert, um sie milde, um sie gnädig zu stimmen. Dann gab es keine Unterbrechung im Kreislauf des Lebens. Dann folgte auf den Tod (Absterben der Natur in der Trockenzeit) das neuerliche Aufblühen in der Regenzeit.

Cenotes waren so etwas wie natürliche Zugänge zur Unterwelt ... Berge und Vulkankegel wurden als »Treppen« in himmlische Gefilde angesehen. Gab es diesen Glauben weltweit? Türme (Bibel: Turmbau zu Babel!) wie Pyramiden gab es weltweit als sakrale Bauten ... als Treppen in den Himmel, als Wege zu den Göttern. Und so gab es natürlich auch in Cobá gewaltige steile Pyramiden, auf denen – in kleinen Tempelchen – den Göttern geopfert wurde.

Eine der kleineren Pyramiden von Cobá - Foto: Walter-Jörg Langbein

Wichtige Zentren in Cobá waren untereinander durch sorgsam angelegte und gepflasterte Straßen verbunden. Sorgsam hat man nivelliert. Es wurden sogar Dämme angelegt, auf denen Straßen geführt wurden. Offenbar wollte man möglichst ein gleichbleibendes Niveau erreichen. Sollten die Straßen also mehr gewesen sein als einfache Verbindungen? Waren es mehr als Wege, auf denen Waren transportiert wurden? Viele Fragen konnten bis heute nicht beantwortet werden. So gibt es auf dem riesigen Areal von Cobá bis zu 10.000 (zehntausend!) Strukturen. Welchem Zweck sie dienten? Bei vielen Bauten, von denen nicht selten nur Mauerreste oder auch nur Steinhaufen erhalten sind, wissen wir das nicht.

Schnell wird eine nur noch als Grundriss zu erkennende Struktur zum Tempel, schnell wird eine unter einem natürlich wirkenden Hügel als künstliches Gebäude kaum noch zu erkennende Pyramide zum Heiligtum und eine mehrstufige Terrasse zum Tempel. Einigkeit scheint weitestgehend darin zu bestehen, dass Cobá von immanenter Bedeutung als religiöses Zentrum war. Aber war Cobá nach unserem Verständnis eine Stadt? Oder gab es auf dem riesigen Gelände von Cobá nur eine Anhäufung von Tempeln? Waren die unzähligen, gepflasterten Straßen innerhalb von Cobá so etwas wie sakrale Wege für die Priesterschaft, vielleicht auch noch den »Hochadel«? Waren es Pilgerwege von frommen Mayas, die andächtig von Tempel zu Tempel marschierten?

Cobás Bauten geben Rätsel auf. Foto: Walter-Jörg Langbein
Ich bin auf einigen der kaum noch erkennbaren Straßen marschiert. Die Kleidung klebte mir am Leibe. Die Luftfeuchtigkeit machte die Exkursion zur Tortur. Ich verzichtete aber auch auf ein erfrischendes Bad in einem der Seen. Cobá soll »Von Wind bewegtes Wasser« bedeuten ... und auf die fünf Seen hinweisen, die vielleicht die ersten Siedler in das Gebiet von Cobá lockten. Besonders einladend sind heute »Lago Cobá« und »Lage Macanxoc«, zwischen die sich eine einst besonders imposante Gruppe von teils mächtigen Bauten schmiegte.

Ich muss aber dringend davon abraten, in diesen beiden Seen zu baden. Offen gesagt: Ich würde nicht einmal am Ufer waten. Es gibt nämlich in beiden Seen Bewohner, die nicht als besonders menschenfreundlich gelten ... Krokodile! Mir wurde wiederholt versichert, dass diese Reptilien nur ganz, ganz selten Menschen fräßen. Ich wollte aber nicht testen, ob ich eventuell zu einer dieser seltenen Ausnahmen zählen würde. Man mag es mir als Feigheit auslegen, aber ich habe weiträumig die Seen von Cobá gemieden, um auch wirklich kein einziges Krokodil in Versuchung zu führen.

Wer in Cobá nicht gänzlich auf furchteinflößende Reptilien verzichten möge, der halte die Augen offen ... Dann wird man Miniaturdrachen finden, von denen keinerlei Gefahr ausgeht, auch wenn sie wie Sagen-Wesen aussehen, gegen die einst Heilige und Ritter kämpften ...

Leguane findet man in so mancher Ruinenstadt von Zentralamerika ... so auch in Cobá. Dank ihrer Tarnfarbe können sie sich – besonders für Touristen, denen exotische Natur vollkommen fremd ist – fast unbemerkt bewegen.

Minidrachen in Cobá - Foto: Walter-Jörg Langbein
Zur Erinnerung: Die Mayas kannten und verehrten einen Gott namens »Itzamná«, »Leguan-Haus«. Der Himmelsgott, Kennzeichen markante Hakennase, galt als besonders hochrangige Gottheit. Seine Partnerin war die Göttin »Ix-Chel«, die »Herrin des Regenbogens«. Diese Mondgöttin dürfte auf eine sehr viel ältere Muttergöttin zurückzuführen sein, der erst später – mit dem Aufkommen des Patriarchats – ein männlicher Gott zur Seite gestellt wurde. »Ix-Chel« wurde als Göttin der Geburt verehrt. Sie war also eine Nachfolgerin der ursprünglichen Muttergöttin ... und die wurde, davon bin ich überzeugt ... weltweit verehrt, in uralten Zeiten, unter unzähligen Namen. Ihre Spur lässt sich noch in biblischen Schriften verfolgen.

Es lohnt sich, ein Buch wie die »Bibel« zu lesen ... so unvoreingenommen wie nur möglich!

Literaturempfehlungen
National Geographic Society: Versunkene Reiche der Maya, Augsburg 1997
Prem, Hanns J. und Dyckerhoff, Ursula: Das alte Mexiko/ Geschichte und
Kultur der Völker Mesoamerikas, München 1986
Schele, Linda und Mathews, Peter: The Code of the Kings/ The Language of
seven sacred Maya Temples and Tombs, New York 1998
Schele, Linda und Freidel, David: Die Unbekannte Welt der Maya/ Das
Geheimnis ihrer Kultur entschlüsselt, Augsburg 1994, Übersetzung von A
Forest of Kings
Schele, Linda und Miller, Mary Ellen: The Blood of the Kings/ Dynasty and
Ritual in Maya Art, Fort Worth 1986 (korr. Nachdruck)
Sitchin, Zecharia: Versunkene Reiche/ Der Ursprung der Zivilisation im
Reiche der Maya und Inka, Rottenburg 2008
Soustelle, Jacques: Die Kunst des alten Mexiko, Osnabrück 1968
Stingl, Miloslav: In versunkenen Mayastädten/ Ein Forscher den Geheimnissen
der indianischen Pyramiden auf der Spur, Leipzig 1971
Stuart, David und George: Palenque/ Eternal City of the Maya, London 2008
Westphal, Wilfried: Die Maya – Volk im Schatten seiner Väter, Bindlach 1991
Wipf, Karl A.: Wanderer in der Nacht/ Religionsgeschichtliche Interpretationen
zu altamerikanischen Chroniken, Hallein 1980

Die Buchneuerscheinung von Walter-Jörg Langbein:
Das verlorene Symbol und die Heiligen Frauen

»Von einem, der in den Himmel stieg!
Alle Straßen führen nach Cobá«, Teil II
Teil 163 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 03.03.2013


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Sonntag, 24. Oktober 2010

40 »Die Pyramide und eine Schlange aus Licht«

Teil 40 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Eine der geheimnisvollsten Pyramiden der Welt
Der altehrwürdige Name Chichen Itza, bekannt durch die »Kukulkan-Pyramide«, wird von »humorvollen« Touristen gern zu »Chicken Pizza« verballhornt. Er lässt sich mit »Am Rand der Quelle von Itzá« übersetzen. Im Jahre 455 christlicher Zeitrechnung, so heißt es, haben die Itzá, die Quellen entdeckt, die dem mystischen Ort ihren Namen gaben.

Etwa 300 Meter nördlich von Chichen Itza lockt ein unheimlicher »Brunnen der Opfer« Touristen wie Einheimische an. Wie entstand der »Cenote de los Sacrificos«? Darüber gehen die Meinungen auseinander. Brach ein unterirdischer Hohlraum ein, so dass sich ein Schlund auftat? Oder schlug ein Himmelskörper ein, der das kreisrunde Loch schuf?

Wie auch immer: Die scharf umrandete Wunde der Erde füllte sich mit Wasser. Sahen sie die Mayas als einen Eingang in die Unterwelt an? Zu Beginn des 20. Jahrhunderts kaufte der ehrenwerte Konsul und Hobbyarchäologe Eduard Thompson die Grundstücke an den Grenzen der Stadt Chichen Itza. Dafür bezahlte er einen Spottpreis: 75 US-Dollar. Was Eduard Thompson beabsichtigte, wurde schnell klar. Es ging ihm nicht um die Suche nach wissenschaftlicher Erkenntnis, sondern um Plünderei! Sofort wurde mit der methodischer Untersuchung begonnen. Der Ausdruck Räuberei ist wohl eher angebracht.

Einer der großen Pioniere der Erforschung Chichen Itzas war Augustus Le Plongeon (1826-1908), der Comte de Coqueville. Der leidenschaftliche Wissenschaftler war alles andere als ein ahnungsloser Hobbyforscher, der am Schreibtisch fantasiereiche Thesen austüftelte. Plongeon war ein Archäologe der alten Schule. Er suchte vor Ort nach Hinweisen auf die Geschichte der Mayas. Zwölf Jahre verbrachte er zum Teil unter spartanischsten Bedingungen in Mexiko. Allein fünf Jahre davon hauste er in den Ruinen der Maya-Metropole Chichen Itza. Der tschechische Maya-Experte Miloslav Stingl würdigte den wissenschaftlichen Querdenker so: »Wir verdanken ihm die erste wirklich archäologische Erforschung des gesamten Stadtareals (gemeint ist: Chichen Itza). Vergessene Pyramiden und Tempel befreite er von ihrer grünen Selvahülle (Urwald).«

Tor zur Unterwelt ... der Cenote von Chichen Itza
In den Jahren 1904 bis 1907 wurden Taucher hinab in den Cenote geschickt. Sie wurden rasch und immer wieder fündig. Neben etwa fünfzig Skeletten wurden Tausende wertvoller Objekte geborgen. Offenbar war der Brunnen einst genutzt worden, um den Göttern Opfer zu bringen: kostbare Kunstobjekte und... Menschen. Gingen die Menschen freiwillig in den Tod, etwa um die Götter in Dürrezeiten gewogen zu machen und Regen zu schenken? Wie dem auch sei: Zahllose Kostbarkeiten wurden im Schlamm am Boden des Cenote gefunden... und – verbotener Weise – per Geheimkurier in die USA geschafft. Thompsons Diebstähle fielen auf, trotz seiner hohen Position als Konsul musste er das Land verlassen.

Im Verlauf der letzten dreißig Jahre besuchte ich wiederholt die mysteriöse Ruinenstadt von Chichen Itza. So manches Mal schlenderte ich durch die parkähnliche Anlage, die die einstige Größe der Stätte allenfalls nur noch erahnen lässt.

Im Verlauf der letzten drei Jahrzehnte bereiste ich die Welt von Ägypten bis zu den Neuen Hebriden. Nirgendwo auf der Welt faszinierte mich eine Botschaft aus uralten Zeiten wie die der Schlange aus Licht. Jahr für Jahr steigt in Chichen Itza ein himmlisches Wesen auf die Erde herab. Jahr für Jahr kann so etwas wie ein Film beobachtet werden, den geniale Baumeister der Mayas vor vielen Jahrhunderten schufen... für die Menschen der Zukunft? Für uns? Jahr für Jahr lockt das uralte Spiel aus Licht und Schatten Zigtausende in ihren Bann.

Die Schlange aus Licht steigt vom Himmel herab
Immer wieder schlenderte ich zum »Tempel der Krieger«,»Templo de los Guerros« genannt. Von einer gewaltigen Vorhalle sind nur 60 martialische Säulen erhalten. Flachreliefs lassen die meisten von ihnen als Darstellungen von Kriegern erkennen. Viele von ihnen sind bewaffnet, mit Speerschleudern und Wurfspießen. Andere sind mit gebogenen Stöcken ausgerüstet. Damit konnten geschickte Krieger feindliche Wurfgeschossen abwehren. Gegen Attacken mit messerscharfen Steinklingen gespickte Keulen konnten sie allerdings nichts ausrichten.

Einst waren die bis an die Zähne bewaffneten Gestalten bunt bemalt. Bis auf kleine Farbreste ist davon nichts mehr erhalten. Einst trugen die starken Männer aus Stein das Dach einer Vorhalle.. alle oder einige? Wie mag das Dach ausgesehen haben? Wie groß mag es gewesen sein? Welchem Zweck mag es gedient haben? Versammelten sich hier die Gläubigen, bevor sie den Tempel betreten durften?

Der Tempel der Krieger mit seinen Säulen
Von besonderer Bedeutung war für den »Tempel der Krieger« eine geheimnisvolle Steinplastik, Chak Mool genannt. Der Maya-Forscher Agustus Le Plangeon gab im Jahr 1875 der mysteriösen Figur diesen Namen. Wie sie bei den Mayas hieß, das wissen wir nicht. Ein menschliches Wesen liegt da rücklings. Die Beine sind angewinkelt, die Ellenbogen in den Grund gestemmt. Auf der Brust trug Chac Mool (zu Deutsch etwa »Roter Jaguar« oder »Großer Jaguar«) so etwas wie ein Gefäß. Es ist reine Horrorfantasie, wenn behauptet wird, menschliche Herzen seien in diesem Gefäß als Opfer dargebracht worden. Vorsicht: Wir dürfen nicht in das »Denken« der spanischen Mordplünderer verfallen, die ihr grausiges Vorgehen mit Hinweisen auf die angeblich so primitiven Mayas begründen wollten. Es ging ihnen aber nicht um das Auslöschen einer vermeintlich primitiven Kultur, sondern um primitive Gier nach Gold und Reichtum!


Der Tempel der Krieger mit seinen Säulen

»Die Schlange, die vom Himmel steigt«,
Teil 41 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein
erscheint am 31.10.2010

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