Sonntag, 6. Oktober 2019

507. »Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies«

Teil 507 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: »Der Garten Eden«.
Lucas Cranach der Ältere, um 1530 (Ausschnitt).
Ist es nicht seltsam? Adam und Eva lebten offensichtlich sorgenfrei im Paradies, im Garten Eden. Offenbar genossen diese beiden ersten Menschen ein Leben in Harmonie mit der Tierwelt. Adam und Eva töteten keine Tiere, um ihr Fleisch zu konsumieren. Auch die Tiere fressen sich nicht gegenseitig. Und Adam und Eva mussten keine Angst haben, von einem wilden Tier getötet und verschlungen zu werden. Kurz, Tier und Mensch leben in Frieden und ernährten sich entsprechend, so wie es Gott befohlen hatte (1):

»Und Gott sprach: Sehet da, ich habe euch gegeben alle Pflanzen, die Samen bringen, auf der ganzen Erde, und alle Bäume mit Früchten, die Samen bringen, zu eurer Speise. Aber allen Tieren auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das auf Erden lebt, habe ich alles grüne Kraut zur Nahrung gegeben. Und es geschah so. Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.«

Ist es nicht seltsam? Adam, Eva und die Tiere lebten in einem unbeschreiblichen Idyll… und es findet sich keine einzige Zeile über das paradiesische Leben. Erst beim Rausschmiss aus dem Paradies erkennen Adam und Eva, dass sie nackt sind (2). Kein Wort wird darüber verloren, wie denn die Nackedeis im Paradies gelebt haben.

Sicher, zumindest das erfahren wir, Adam war eine Art Gärtner im Garten Eden, von Gott höchstpersönlich mit dieser Aufgabe betraut (3): »Und Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte.« In meiner wortwörtlichen Übersetzung liest sich das so: »Und er, Jahwe, Elohim, nahm den Adam und er setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bearbeite und bewache.«

Wie müssen wir uns Adams Arbeit im sprichwörtlichen Adamskostüm vorstellen? Die wortwörtliche Übersetzung hat einen Nachteil. Sie liest sich alles andere als flüssig. Wir sind gezwungen, den Text langsam und gründlich, Wort für Wort zu erschließen. Und genau das ist der Vorteil der wortwörtlichen Übersetzung: Wir gehen nicht über den Text hinweg, weil wir ja alle Einzelheiten zu kennen meinen. Wir überlesen ohne zu zögern ganz Entscheidendes: Gott (Jahwe Elohim) erlaubt den Verzehr aller Früchte im Garten Eden, die Früchte eines einzigen Baums aber sind Tabu (4): »Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen sollst du nicht essen; denn an dem Tage, da du von ihm isst, musst du des Todes sterben.«

Foto 2: Adam und Eva,
alte Bibelillustration (1716).
Wem verbietet Gott, die Früchte vom Baum der Erkenntnis zu essen? Wem droht Gott, dass er seine Unsterblichkeit verlieren und sterben wird, so er gegen das Verbot verstößt? Vom Verbot betroffen ist ausschließlich Adam, denn Eva hat zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht existiert! Wieso wird dann Eva nach dem Verzehr der verbotenen Frucht wie Adam bestraft, obwohl sie von dem Verbot gar nichts wissen konnte?

Je gründlicher wir den Bibeltext lesen, desto mehr offene Fragen ergeben sich, die in der Bibel nicht beantwortet werden! Von welchem Baum darf Adam nicht essen: vom Baum des Lebens oder vom Baum der Erkenntnis? Es ist da ganz eindeutig von zwei besonderen Bäumen zu lesen, die Gott im Garten Eden wachsen ließ (5):

»Und er (Gott) brachte zum Sprießen, er, Jahwe, Elohim, aus dem Erdenland die Gesamtheit der Bäume, begehrenswert dem Gesicht und gut hinsichtlich des Geschmackes und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.« Es wird ganz klar unterschieden zwischen dem »Baum des Lebens« einerseits und dem »Baum der Erkenntnis« andererseits. Von welchem dieser beiden Bäume darf Adam nicht essen?
Eva wird von der Schlange dazu gebracht, vom Baum der Erkenntnis zu essen. Sie verleitet Adam dazu, ebenfalls von den verbotenen Früchten zu naschen. Beide erkennen, dass sie nackt sind. Gott bestraft Adam, Eva und die Schlange, obwohl er sein Verbot nur gegenüber Adam ausgesprochen hat. Adam und Eva werden aus dem Paradies geworfen. Bewaffnete Cherubim verhindern, dass die beiden Menschen ins Paradies zurückkehren.

Zurück zu meiner wortwörtlichen Übersetzung:

1. Buch Mose Kapitel 3 (Genesis Kapitel 3)

1a) Und die Schlange, sie war klug von allen Lebewesen des Feldes her, die gemacht hat Jahwe, Elohim (=Götter).
1b) Und sie sprach zur Frau: Selbst wenn er gesprochen hat, Gott, nicht sollst du essen von den Früchten der Bäume des Gartens. (Sollte er, Gott, gesprochen haben: Nicht sollst du essen von den Früchten der Bäume des Gartens?)

2) Und sie sprach, die Frau, zur Schlange: Von den Früchten der Bäume des Gartens essen wir.

3) Und von den Früchten des Baumes, welcher in der Mitte des Gartens, sagte Gott, nicht sollt ihr essen von ihm und nicht sollt ihr berühren ihn, damit ihr nicht sterbt!

4) Und es sprach die Schlange zu der Frau: Ein Sterben werdet Ihr nicht sterben!

5) Denn er hat erkannt, Gott, dass am Tag, da ihr gegessen habt davon, sie werden geöffnet, eure Augen und ihr werdet sein wie Gott, Erkennende gut und böse.

Foto 3: Adam und Eva.
Kupferstich von Hieronymus Sperling
(Denn Gott hat erkannt, dass am Tag, da ihr von den Früchten gegessen habt, eure Augen geöffnet werden und ihr wie Gott werdet und Gut und Böse erkennen werdet!)

6) Und sie sah, die Frau, dass gut (oder: schön) der Baum hinsichtlich des Essens und dass schön (auch: gut) er ist den Augen und begehrenswert der Baum des Verstehens. Und so nahm sie von seinen Früchten und sie aß und sie gab auch dem Mann, (der) bei ihr (war), und er aß (auch).

7) Und es wurden geöffnet ihnen beiden die Augen, und sie sahen, dass sie (beide) nackt waren und sie nähten sich Laub vom Feigenbaum und sie machten sich Schürze.

8) Und sie hörten die Stimme, von Jahwe, Elohim , umhergehend in dem Garten im Wind des Abends, und er hielt sich verborgen, der Adam und seine Frau vor dem Angesicht Jahwe, Elohim im Gebüsch (eigentlich: im Baum!) des Gartens.

9) Und er rief, Jahwe, Elohim, dem Adam. Und er sprach: Wo bist du?

10) Und er sprach: deine Stimme - ich hörte (sie) im Garten und ich war ängstlich, da ich nackt bin und mich fürchte!

11) Und er sprach: Wer erzählte dir, dass nackt du, hast du von dem Baum, von dem ich dir befahl, nicht von ihm zu essen, ein Essen davon hast du gegessen?

12) Und er sprach, Adam: die Frau, welche du mir gabst, sie gab ihn mir, weg vom Baum und ich aß.

13) Und er sprach, Jahwe, Elohim, zu der Frau: warum tatest du jenes und sie sprach, die Frau: die Schlange, sie gab mir, verführte mich (oder: täuschte mich) und ich aß.

14) Und er sprach, Jahwe, Elohim, zu der Schlange: weil du tatest solches, ich sondere dich ab von allen Tieren und allen Lebewesen des Feldes, auf dem Bauch du gehst und Staub du isst alle Tage deines Lebens.

15) Und Feindschaft setze ich zwischen dich und zwischen der Frau und zwischen deine Nachkommen und zwischen ihre Nachkommen, er wird zermalmen deinen Kopf (oder: er zermalmt deinen Kopf) und du wirst schnappen (oder: du schnappst) ihm in die Ferse.

16) Der Frau sagte er: ein Großmachen ich mache groß deine Mühsal und deine Schwangerschaft, in Schmerz sollst du gebären Kinder und dein Verlangen wird sein nach deinem Mann und er, er herrscht über dich!

17) Und zu Adam sprach er: weil du hörtest auf die Stimme deiner Frau und du aßest von dem Baum, von dem gilt ich beorderte wie folgt: nicht sollst du essen von ihm, er sei mit einem Fluch belegt der Acker wegen dir und in Mühsal sollst du essen alle Tage deines Lebens!

Foto 4: Eva mit Lebensbaum
und Schlange
(Kilianskirche, Lügde)
18) Und Dornen und Disteln wird er zum Sprießen bringen dir und du wirst essen von den Kräutern des Feldes.

19) Im Schweiße deines Angesichts du wirst essen das Brot bis zu deinem Wiederwerden zu Erde weil weg von ihr bist du genommen worden, denn: Erde du! und zu Erde du wirst zurückkehren.

20) Und er rief, Adam, einen Namen seiner Frau: Chawa, denn sie wurde die Mutter aller Lebenden.

21) Und er machte, Jahwe, Elohim, dem Adam und seiner Frau Kleidung-Fell.

22) Und er sprach, Jahwe, Elohim: siehe, der Mensch entsprechend einem von uns betreffend gut und böse er weiß und nun damit er nicht ausstreckt seine Hand und er nimmt auch von dem Baum des Lebens und er isst und er lebt für alle Zeit.

23) Und er schickte ihn weg, Jahwe, weg aus dem Garten Eden zu bearbeiten den Acker, von welchem er genommen war.

24) Und er vertrieb den Adam, und er ließ wohnen im Osten des Garten Eden die Kerubim und die Klinge des Schwertes, das gezückt zum Bewachen des Weges des Baumes des Lebens.

Foto 5
Fußnoten
(1) 1. Buch Mose, Kapitel 1, Verse 29-31
(2) 1. Buch Mose, Kapitel 3, Vers 7
(3) 1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 1
(4) 1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 17
(5) 1. Buch Mose, Kapitel 2, Vers 9

Zu den Fotos
Foto 1: »Der Garten Eden«. Lucas Cranach der Ältere, um 1530.
Foto 2: Adam und Eva, alte Bibelillustration (1716).
Foto 3: Adam und Eva Kupferstich von Hieronymus Sperling (*1695; †1777).
Foto 4: Eva mit Lebensbaum und Schlange (Kilianskirche Lügde, Decke). Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Vertreibung aus dem Paradies, Gemälde von Giovanni di Paolo um 1445 (Ausschnitt).
Foto 6: Aus einer illustrierten hebräischen Bibel (COLLAGE!!!)



508. »Die Sache mit der Erbsünde«,
Teil 508 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 13. Oktober 2019


Foto 6: Aus einer illustrierten hebräischen Bibel
(COLLAGE!!!)


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Sonntag, 29. September 2019

506. »Die 3. Schöpfungsgeschichte«

Teil 506 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Das »Alte Testament der Bibel« wartet mit drei Schöpfungsgeschichten auf. Man kann auch von Mythen sprechen. Die älteste Schöpfungsgeschichte, die wir im »Alten Testament« lesen können, entstand zwischen 1200 und 900 vor Christus. Wir finden sie im 1. Buch Mose, allerdings nicht am Anfang, wie man vermuten sollte. Die jüngere Schöpfungsgeschichte steht vor der älteren. Die älteste steht hier: 1. Buch Mose Kapitel 2,  Verse 4 bis 25. Sie entstand zwischen 1200 und 900 vor Christus. 

Als sie geschrieben wurde, verließen verschiedene semitische Stämme die Wüste Sinai und wanderten in das Kulturland Kanaan ein. Nach und nach entstand das Volk Israel als eine zusammengehörige Einheit. Die einzelnen Nomadengruppen waren glücklich ob ihres günstigen Schicksals. Sie waren der Wüste entronnen. Das satte Kulturland Kanaan, in das sie mit mehr oder weniger Gewalt drängten, erschien ihnen wie ein Paradies.


Foto 1: Ebstorfer Weltkarte, entstanden um 1300

So entstand die Beschreibung des Garten Eden (1): »Und Gott der Herr pflanzte einen Garten gegen Morgen....und allerlei Bäume, lustig anzusehen...und es ging aus von Eden ein Strom zu wässern den Garten...und das Gold des Landes ist köstlich.«

Die zweite, mittlere Schöpfungsgeschichte finden wir an eigentlich unvermuteter Stelle: bei den Psalmen, exakter: als Psalm 104, der etwa 600 v. Chr. entstand. Seit der ersten Geschichte sind inzwischen Jahrhunderte verstrichen. Inzwischen gibt es längst ein Volk Israel. Der Staat Judäa hat sich gebildet. Israel ist eine völkische Einheit, das Leben wird von religiösem Kult bestimmt. Das Volk empfindet großes Zusammengehörigkeitsgefühl. Die Zeiten, da verschiedene Nomadengruppen erst noch zueinander finden mussten, ist vorbei.

Die Form des Textes ist sehr wichtig: Er ist als hymnischer Lobpreis gestaltet, was Zeugnis dafür ablegt, dass sich eine stabile religiöse Gemeinschaft gebildet hat. Im Gegensatz zur ersten, ältesten Schöpfungsgeschichte, steht der Mensch jetzt nicht mehr im Zentrum. Die Schöpfung selbst spielt die Hauptrolle schlechthin, in jenem Stück Literatur von Weltrang. Sie wird in ihrer Vielfältigkeit erfasst. Es wird die Weite des Himmels gelobt, die hohen Berge werden ebenso erwähnt wie die tiefen Täler, zahllose Tiere werden genannt.

Die dritte, jüngste Schöpfungsgeschichte schließlich ist die, die die meisten Menschen als die Schöpfungsgeschichte schlechthin verstehen! Sie steht ganz am Anfang des »Alten Testaments« (Siehe Folge 505!)

587 v. Chr. ist der Tempel zerstört worden. Man hat ihn inzwischen wieder aufgebaut. Die geistige Elite des Volkes Israel hat die schlimme Zeit der babylonischen Gefangenschaft hinter sich gebracht. Gerade diese trostlosen Zeiten fern der geliebten Heimat waren von enormem Einfluss auf das Volk Israel.

Während der Gefangenschaft, also in jenen Jahren, da Hesekiel mysteriösen Erlebnisse hatte, kamen viele Israeliten mit einer neuen Denkungsart in Berührung: mit der Wissenschaft. Während im ältesten Schöpfungsmythos der einzelne Mensch Gott gegenübersteht, wird in der zweiten Geschichte, also in Psalm 104, Gott mit der Gemeinschaft der Prediger und der Betenden konfrontiert.

In der dritten Schöpfungsgeschichte finden wir einen universalen Gott, einen Schöpfer, der sich bei Übersetzung des Originaltexts freilich als eine Ansammlung von Göttern entpuppt.

Wir können uns getrost auf die Suche nach dem Paradies machen. Wo mag es gelegen haben?  Das Wort »Paradies« findet sich nicht im Originaltext. »Paradies« lässt sich vom Persischen ableiten, von »pardes«, was so viel wie Garten heißt. Eden ist sumerischen Ursprungs und bedeutet Ebene. Der Text der dritten Schöpfungsgeschichte im Alten Testament lässt vermuten, dass es sich bei dem Paradies um eine Ebene handelt, in der das Grün von Wiesen dominiert. Wo lag dieses Eden? Wo lag das Paradies?

Foto 2: Der »Garten Eden«,
Hieronymus Bosch,
entstanden etwa 1500 (Ausschnitt)

Die alten Sumerer waren ebenso davon überzeugt, dass es das Paradies, den Garten Eden, wirklich gegeben hat. Die Sumerer beschrieben das Paradies auf Jahrtausende alten Keilschrifttafeln als »Dilmun«. »Dilmun« und »Eden« sind mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit miteinander identisch.

Das Alte Testament verrät, dass aus jenem Gewässer, das im Paradiese fließt, vier Flüsse werden (2): »Es entspringt aber ein Strom in Eden, den Garten zu bewässern, von da aus teilt er sich in vier Arme: der erste heißt Pischon, das ist der, welcher das ganze Land Chawila umfließt, wo das Gold ist. Und das Gold jenes Landes ist köstlich, auch Balsamerz und Karneolsteine sind dort vorhanden. Der zweite Fluss heißt Gischon: das ist der, welcher das ganze Land Kusch umfließt. Der dritte Fluss heißt Hildekkel, das ist der, welcher östlich von Assur fließt. Der vierte Fluss trägt den Namen Euphrat.«

Laut dem Text des Alten Testaments entspringt im  Paradies ein Fluss, der sich   vierteilt, in vier Flüsse mündet. Diese vier Flüsse hat man schon viele Jahrhunderte lang gesucht. Hildekkel wurde von verschiedenen Paradiesforschern als Tigris-Fluss identifiziert. Übersetzer fügten den Namen, der im hebräischen Original nirgendwo auftaucht, einfach ein, ließen den alten Namen einfach unter den Tisch fallen. War das ein  legitimer Vorgang?

Euphrat und Tigris fließen im Wesentlichen von Norden nach Süden. Wenn die beiden Flüsse einer gemeinsamen Quelle entstammen, dann müsste das Paradies nördlich vom Zweistromland zu finden sein. Andererseits heißt es aber (3), das Paradies habe sich im Osten befunden. In den Osten habe Gott die ersten Menschen gebracht. Andererseits haben sich die Menschen, nachdem sie aus dem Paradies vertrieben worden waren, im Osten niedergelassen. müsste es dann nicht im Westen gelegen haben? (4)

Bevor Sie sich, liebe Leserin und lieber Leser, aufmachen, um das Paradies zu suchen, nehmen Sie sich noch etwas Zeit für meine wortgetreue Übersetzung der 3.Schöpfungsgeschichte! Danke!

1. Buch Mose, Kapitel 2, Verse 4-25

Foto 3: »Der Garten Eden«.
Lukas Cranach der Ältere,
entstanden um 1530 (Ausschnitt).

4) Das sind die Berichte der Schaffung des Himmels und der Erde: ihr Erschaffensein am Tage des Erschaffens, Jahwe, Elohim (=Götter), Erde und Himmel.

5) Und alle Sträucher des freien Feldes noch nicht sie sind auf der Erde und alle Kräuter noch nicht auf dem Felde sprießen sie. Ja, nicht er ließ regnen, Jahwe, Elohim (=Götter), auf die Erde und auf Adam, nicht sein um zu arbeiten auf dem Land.

6) Und Wasserstrom, er steigt auf von dem Lande, er netzte ganz das Antlitz des Ackerlandes.

7) Und er formte, er, Jahwe, Elohim (=Götter), den Adam, Staub von dem Ackerland, und er blies in seine Nasenlöcher den Hauch des Lebens und er wurde, der Mensch, zu einem lebenden Wesen.

8) Und er spannte auf, Jahwe, Elohim, einen Garten in Eden in Richtung Osten und er setzte den Menschen, den er geformt hat, hinein.

9) Und er brachte zu Sprießen, er, Jahwe, Elohim, aus dem Erdenland die Gesamtheit der Bäume, begehrenswert dem Gesicht und gut hinsichtlich des Geschmackes und den Baum des Lebens in der Mitte des Gartens und den Baum der Erkenntnis von Gut und Böse.

10) Und ein Fluss kam heraus aus Eden um zu tränken den Garten und teilt sich dort und er wurde zu vier Häuptern.

11) Der Name des ersten: Pischon, er umfließt das ganze Land Chawilah wo das Gold.

12) Und das Gold des Landes: gut. Dort das Bedellionharz und den Stein Karneol.

13) Und der Name des zweiten Flusses: Gichon, er umgibt das ganze Land Kusch.

14) Und der Name des dritten Flusses: Hidächäl, er fließt östlich von Assyrien, und der Fluss, der vierte, er der Perat.

15) Und er, Jahwe, Elohim, nahm den Adam und er setzte ihn in den Garten Eden, damit er ihn bearbeite und bewache.

16) Und er befahl, Jahwe, Elohim, dem Adam, wie folgt: von allen Bäumen des Gartens ein Essen du isst.

17) Und der Baum der Erkenntnis (oder des Wissens/ des Könnens/ der Einsicht) des Guten und des Bösen nicht sollst du essen von ihm, denn an dem Tag deines Essens von ihm ein Sterben du sterben wirst.

18) Und er sprach, Jahwe, Elohim, nicht gut zu sein (für?) Adam sein Alleinsein; ich mache ihm einen Helfer, der ihm gegenüber sei.

19) Und er formte, Jahwe, Elohim, aus dem Ackerboden alle Tiere des freien Feldes und alle Vögel des Himmels. Und er brachte sie zum Menschen, damit er (Gott) sehe, wie er (Mensch) sie ruft. Und so wie er sie nennen würde, so sollten sie heißen.

20) Und er rief, der Mensch, die Namen, dem Vieh allem und allen Vögeln des Himmels und allen Wesen des Feldes und dem Adam nicht fand er einen Helfer als passend zu ihm.

Foto 4: »Der Garten Eden«.
Lukas Cranach der Ältere,
entstanden um 1530 (Ausschnitt).

21) Und er ließ fallen, Jahwe, Elohim, Tiefschlaf über den Menschen und er (der Mensch) schlief ein und er (Jahwe, Elohim) nahm eine von seinen Rippen und er verschloss an ihrer Stelle (mit) Fleisch.

22) Und er baute, er, Jahwe, die Rippe, die er genommen hat aus dem Adam, zu einer Frau und er brachte sie Adam.

23) Und er sprach, Adam: das Knochen von meinen Knochen und Fleisch von meinem Fleisch, sie wird genannt Männin, ja! Weg vom Mann eine genommene diese.

24) Deshalb er wird verlassen, er, ein Mann, seinen Vater und seine Mutter und er wird festhalten an seiner Frau und sie werden sein ein Fleisch.

25) Und sie waren, ihre Zweizahl (noch wörtlicher: Und sie waren sie beide, sie zwei) nackt, der Adam und seine Frau und nicht schämten sie sich.

Fußnoten
(1) 1. Buch Mose Kapitel 2 Vers 8 bis Vers 12
(2) 1. Buch Mose Kapitel 2 Verse 10-14
(3) 1. Buch Mose Kapitel 2 Vers 8
(4) »Wo lag das Paradies?«, »Das Neue Zeitalter«, Nr. 39/ 1986

Zu den Fotos

Foto 1: Ebstorfer Weltkarte, entstanden um 1300. Gemeinfrei
Foto 2: Der »Garten Eden«, Hieronymus Bosch, etwa 1500 (Ausschnitt). Gemeinfrei
Fotos 3 und 4: »Der Garten Eden«. Lukas Cranach der Ältere, entstanden um 1530 (Ausschnitt). Gemeinfrei.


507. »Sündenfall und Vertreibung aus dem Paradies«
Teil 507 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 6. Oktober 2019



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