Sonntag, 15. Januar 2012

104 »2012 und der Aufbruch ins All - Teil II«

Teil 104 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein


Abendfrieden auf der Osterinsel
Foto W-J.Langbein
Die sinkende Abendsonne taucht die Osterinsel in ein magisches Licht. Rotbraunes Lavagestein scheint von innen heraus zu leuchten. Eine kleine Herde von freilebenden Pferden trabt in der angenehmen Kühle. Sie genießen sichtlich die milderen Temperaturen ... nach der Gluthitze eines typischen Tages auf dem einsamsten Eiland der Welt.

Rot strahlt – so scheint es – Lavastein, über den die Pferde tänzelnd schreiten. Vor vielen Jahrhunderten haben Insulaner magische Zeichnungen hinein geritzt. »Houngan-Man« erklärt mir: »Die Osterinsel entstand in der dritten Weltperiode! Am Ende jener Epoche wurde das Leben auf der Erde fast vollständig ausgelöscht! Gigantische Supervulkane brachen damals aus, verwandelten unsere Erde in eine apokalyptische Hölle! Es regnete Tod vom Himmel. Wieder ging eine Weltära zu Ende, die nur sehr wenige überlebten ... die Adams und Evas der folgenden Zeit!«

Tatsächlich entstand die Osterinsel durch eine gewaltige Katastrophe: riesige Vulkane brachen auf dem Meeresgrund aus und schossen gewaltige Lavamengen aus der Höllenglut des Erdinneren. Riesige Lavamassen erstarrten ... und bildeten die Osterinsel. Noch heute erinnern drei erloschene Vulkane an den apokalyptischen Ursprung des Eilandes. Es sind die Spitzen von über dreitausend (!) Meter hohen Kegeln! Drei Vulkane sind noch auszumachen. Besonders imposant ist Rano Kau. 1600 Meter misst sein Durchmesser. Sein gewaltiges »Maul« ist etwa 300 Meter tief!

Vulkan Rano Kau - Foto W-J.Langbein
Die uralten Überlieferungen der Azteken nannten diese Ära »Regensonne«. Der »Houngan-Man« interpretierte mit einem Augenzwinkern: »Am Ende dieser Periode regnete es heiße Sonnentropfen. Die dritte Weltepoche ging in einer Apokalypse unter ...«

In Walter Krickebergs Standardwerk »Märchen der Azteken und Inkaperuaner« lesen wir (1): »In diesem Zeitalter geschah es, dass es Feuer regnete, so dass die Menschen dadurch verbrannten, und dass es Sand und Steine hagelte, wie man berichtet. Damals wurden die vulkanischen Aschen und Brocken ausgestreut, die blasige Lava schäumte auf, und die roten Felsen breiteten sich aus.«

Mit ernster Stimme mahnte »Houngan-Man« bei einem unserer Gespräche zu Füßen eines der Osterinselkolosse: »Vier Weltepochen endeten in Apokalypsen. Vier Mal ging die Erde unter. Vier Mal überstand das Leben die schlimmsten Katastrophen. Am Ende unserer Epoche wird es auf der Erde kein Überleben geben!«

Die Götter Tonatiuh (groß)
und Quetzalcoatl (klein)
Foto: Archiv W-J.Langbein
»Houngan-Man« weiter: »Wir leben in der vierten und letzten Ära. Am Ende unserer Ära werden wieder Naturgewalten toben ... und in einer letzten Weltenkatastrophe alles Leben auf der Erde auslöschen!« »Houngan-Man« schüttelte traurig den Kopf: »Götter wie Tonatiuh und Quetzalcoatl dominieren bei den Azteken die Welt. Man lächelt in der modernen, zivilisierten Welt gern über solche Vorstellungen. Das wird sich aber ändern, wenn die letzte Apokalypse über die Erde hereinbricht!«

Vier Weltepochen endeten nach uralten Maya-Überlieferungen bereits im tödlichen Chaos. Die Bewohner der ersten Welt – gewaltige Riesen – wurden von Jaguaren gefressen. Am Ende der zweiten Epoche kam ein fürchterlicher Sturmwind auf. Die meisten Menschen kamen um, einige wenige überlebten als Affen im Urwald. Gott Quetzalcoatl wurde vom Thron gestoßen.

Gott Tlaloc regierte die dritte Welt. »Nach Ablauf dieser Zeit ließ Quetzalcoatl Feuer vom Himmel regnen.« Tlalocs Frau Chalchiuhtlicue wurde zur Sonne (2). Auch die dritte Ära fand ein apokalyptisches Ende (3):

»Und als Chalchiuhtlicue das letzte Jahr Sonne war, regnete es Wasserfluten in solcher Menge, dass der Himmel einstürzte und die Gewässer alle Menschen, die damals auf Erden wandelten, mit sich forttrugen; aus ihnen entstanden alle Arten von Fischen, und auch der Himmel hörte auf zu bestehen, weil er auf der Erde lag.«

Unsere – die fünfte und letzte – Welt wird von Sonnengott Tonatiuh dominiert ... so lange, bis sie durch katastrophale Erdbeben zerstört wird. »Houngan-Man«: »Die Azteken waren davon überzeugt, in der fünften und letzten Ära zu leben. Die drohende Apokalypse konnte nicht verhindert, nur hinausgezögert werden ... durch Blutopfer!«

Götter und Göttinnen haben in unserer wissenschaftlich aufgeklärten Welt keinen Platz mehr. Wir wissen, wie es zum Beispiel zu einem Vulkanausbruch kommt. Uns ist der Kreislauf des Wassers vom Regen bekannt: von Bächen, Flüssen, Seen und Meeren ... zurück in himmlische Höhen ... und Wiederkehr als Regen. Göttinnen wie Chalchiuhtlicue werden nicht mehr als »Erklärung« bemüht.

Göttin Chalchiuhtlicue
Foto W-J.Langbein
In unser »modernes« Weltbild passt nicht die Vorstellung von mehreren Weltzeitaltern, an deren Ende fast alles Leben ausgelöscht wird ... um in der nächsten Epoche neu zu erblühen! Wir haben ein lineares, ein evolutionäres Weltbild: Primitivstes Leben entstand zufällig. Es entwickelte sich langsam immer weiter. Schließlich erreichte das Leben in Gestalt des Homo Sapiens Sapiens sein bislang höchstes Niveau ...

Wir Menschen sehen uns – stolz und eingebildet – als die Krone der Schöpfung. Dass es schon einmal ... ja schon öfter apokalyptische Katastrophen gab, die fast alles Leben vernichteten, will kaum jemand zur Kenntnis nehmen. Weil es unserem gängigen Bild von der Entstehung des Lebens widerspricht. Aber: Es gab immer wieder solche Katastrophen und Beinahe-Weltuntergänge.

Wir belächeln die Vorstellung der Azteken, dass in Teotihuacan, außerhalb von Mexico City, Welt- und Planetenschöpfungen stattgefunden haben sollen. Gern übersehen wir die fundamentale Kernaussage der Azteken-Philosophie von den fünf Weltzeitaltern ...

Die mysteriöse Sonnenpyramide
von Teotihuacan
Foto: W-J.Langbein
Fakt ist: Seit den Anfängen der Erdgeschichte gab es immer wieder gewaltige Naturkatastrophen, die immer wieder beinahe alles Leben auslöschten. Unzählige Beispiele könnte ich anführen, um die schier endlose Litanei der immer wiederkehrenden Apokalypse zu belegen ... Zwei Beispiele sollen genügen.

»Bild der Wissenschaft« vermeldete am 24.1.2011: »Was das Leben beinahe auslöschte«. Ich darf zitieren: »Kohlenasche scheint gewaltigste Katastrophe der Erdgeschichte mitverursacht zu haben. Brennende Kohlevorkommen und die dabei entstehenden riesigen Aschewolken waren vermutlich der Hauptgrund dafür, dass es vor etwa 250 Millionen Jahren zum größten Massensterben der Erdgeschichte kam. Dieses Fazit ziehen kanadische Forscher aus einer Studie, in der sie Gesteinsproben aus dem Erdzeitalter Perm unter dem Mikroskop untersuchten. Was sie dort entdeckten, waren kleinste Partikel Kohlenasche, die wahrscheinlich aus dem heutigen Sibirien stammen: Dort tobten zu dieser Zeit Vulkane und spuckten Milliarden Tonnen glühendes Gestein aus, wodurch sie wahrscheinliche die gigantischen Kohlevorkommen in der Umgebung entzündeten. Die Asche breite sich dann über die gesamte Erde aus und vergiftete nicht nur die Atmosphäre, sondern auch die Ozeane, vermuten die Geologen.«

Hier sollen Planetenwelten
erschaffen worden sein ...
Foto W-J. Langbein
Vor 75.000 Jahren explodierte auf Sumatra eine gewaltige Magmablase. Toba spie unvorstellbare Massen von Materie in hohe Regionen der Atmosphäre. Nacht setzte ein, Jahrzehnte gab es keinen Sonnenschein mehr. Ein extremer Temperatursturz ließ abrupt einen viele Jahre währenden vulkanischen Winter über den Planeten Erde hereinbrechen. Giftiger Schwefel regnete auf Land und Meer herab. Massensterben waren die Folge. Mensch und Tier wurden an den Rand des Aussterbens gebracht. Wie viele Menschen weltweit die höllische Apokalypse überstanden haben mögen? Darüber streiten sich die Experten. Zahlen zwischen 1.000 und 10.000 Menschen als Gesamtbevölkerung unseres Globus werden genannt! Eine dicke Ascheschicht im Grönlandeis lässt erahnen, wie schlimm die Katastrophe vor 75.000 Jahren gewesen sein muss!

Was sich im Verlauf der Erdgeschichte immer wieder wiederholte ... das wird auch in Zukunft immer wieder geschehen. Unzählige Supervulkane sind längst überfällig, zum Beispiel jener unter dem riesigen Areal des Yellowstone-Parks in den USA. Wird er schon bald die nächste Apokalypse bewirken? Hank Heasler, Park Geologe, lässt keine Zweifel aufkommen: »Die Frage ist nicht, ob er ausbrechen wird, sondern wann.« Vor 2,1 Millionen Jahren spie der Supervulkan – das ist die offizielle wissenschaftliche Bezeichnung für den Monstervulkan – 2450 Kubikkilometer Magma empor. Vor 1,3 Millionen Jahren waren es »nur« 280 Kubikkilometer. Vor 640.000 Jahren kam es zur bislang letzten gewaltigen Entladung: 1.000 Kubikkilometer. Zum Vergleich: Der gewaltigste Vulkanausbruch der jüngsten Vergangenheit war der von 1815 in Indonesien. Der »Tambora« schleuderte 50 Kubikkilometer glühende Magma in die Luft. Bei der Apokalypse im Gebiet des »Yellowstone Nationalparks« vor 2,1 Millionen Jahren war es fast 50 Mal so viel!

Nach dem Weltbild der Azteken leben wir im letzten der fünf Erdzeitalter. Am Ende wird alles Leben auf unserem Planeten ausgelöscht werden. Wiederholt hatte das Leben auf Planet Erde unglaubliches Glück. Wiederholt ereigneten sich globale Katastrophen, so wie sie in der Mythenwelt der Azteken beschrieben werden. Es ist nur eine Frage der Zeit: Irgendwann wird die Erde zur toten Kugel, die als Welt ohne Leben die Erde umkreist.

Zwei Möglichkeiten gibt es: Wir können fatalistisch das Ende alles Lebendigen akzeptieren. Oder wir können versuchen, Raumfahrt zu entwickeln ... und als Menschheit in die Tiefen des Alls auswandern! Das amerikanische Pentagon hat nun ein kühnes Projekt initiiert: Es soll mit der Entwicklung von Raumschiffen begonnen werden, die in einhundert Jahren bereit stehen werden ... um Planet Erde zu verlassen und zu fernen Sternen zu reisen.

Arche Noah
Gemälde von Edward Hicks
Um es biblisch auszudrücken: Noah hat rechtzeitig mit dem Bau der berühmten Arche begonnen. Als die Sintflut ausbrach, stand das Rettungsschiff zur Verfügung. Kosmische Rettungsschiffe für eine Evakuierung ins All können nicht erst gebaut werden, wenn eine finale kosmische Katastrophe ausbricht. Dann ist es zu spät. »Was das alles kostet ...« wenden Kritiker ein. Ich sehe kosmische Rettungsschiffe als die große Chance für die Menschheit an. Wir müssen uns alle – über jede religiöse, geographische oder nationale Grenze hinweg – zusammentun und als Menschheit am kühnsten Projekt der Geschichte des Planeten arbeiten: am Projekt »Aufbruch ins All«. Der ehemalige Astronaut und Inhaber des Lehrstuhls für Raumfahrttechnik an der TU München Ulrich Walter: »Wenn eines Tages ein Asteroid einzuschlagen droht, und die Menschheit ganz plötzlich eine Arche braucht, wird niemand mehr mit … ethischen Bedenken ankommen.«

Wir müssen lieber gestern als morgen mit der Entwicklung von kosmischen Archen beginnen ...

Buch von Walter-Jörg Langbein: 2012 - Endzeit und Neuanfang

Fußnoten
1 Krickeberg, Walter (Hrsg.): Märchen der Azteken und Inkaperuaner, Neuauflage, Düsseldorf 1972, Seite 10
2 ebenda, S. 11
3 ebenda, S. 11 und 12
Hinweis: In meinem Buch »2012« gehe ich sehr viel ausführlicher auf das Thema dieses Blogbeitrags ein. Themen »Beinahe-Apokalypsen« und »Aufbruch ins All« werden fundiert behandelt!

»Am Nabel der Welt«
Teil 105 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 22.01.2012

Sonntag, 8. Januar 2012

103 »2012 und der Aufbruch ins All«

»2012 und der Aufbruch ins All I«
Teil 103 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein

Die Straße der Toten von
der Mondpyramide aus
Foto: W-J.Langbein
»Die Straße der Toten« kann man von Mexiko City aus bequem und zu einem vernünftigen Preis per Taxi erreichen. Es empfiehlt sich, vor Antritt der Fahrt einen Festpreis auszuhandeln. Zu geizig sollte man dabei auch nicht sein, sonst stachelt man den Fahrer womöglich dazu an, einen neuen Geschwindigkeitsrekord aufzustellen. Ich jedenfalls zahlte bei der einen oder anderen Fahrt in wahrhaft höllischem Tempo unterwegs dem Fahrer lieber nochmal zehn US-Dollar zusätzlich zum vereinbarten Preis, um die Geschwindigkeit auf ein erträgliches Maß zu senken.

Die »Straße der Toten«– etwa vier Kilometer lang – führt, an unzähligen Tempeln und sonstigen Gebäuden vorbei ... direkt auf die riesige Mondpyramide zu. Wer die staubige Straße zu Fuß zurückgelegt, die Mondpyramide erklommen hat, lässt sich gern außer Atem auf die oberste Treppenstufe sinken ... und sieht die sakrale Stadt Teotihuacán zu seinen Füßen liegen ... das heißt die spärlichen Überreste der einstmals stolzen Metropole.

Bernardino de Sahagún (1499-1590) erklärt den Namen so: »Sie nannten den Ort Teotihuacán, weil er der Begräbnisplatz der Könige war, und die Alten sagen von ihnen, wer gestorben ist, ist zum Gott geworden. Wenn man sagte, dass er nun Teotl (Gott) sei, dann heißt das soviel wie, er ist schon tot. Deshalb nannten sie den Ort Teotihuacán, der Ort, an dem die Menschen zu Göttern wurden.«

Tempel der gefiederten Schlange
Foto: W-J.Langbein
Für die Azteken, die die uralte Stadt als Ruine von einem unbekannten Volk übernahmen, war Teotihuacán der heilige Ort schlechthin. Und so wundert es nicht, dass in Teotihuacán einem der großen Weltenschöpfer ein eigener Tempel geweiht war: dem Quetzalcoatl, der bei den Mayas Kukulkan hieß. Die Azteken verehrten ihn als großen Weltenbaumeister der zweiten Zeitepoche unseres Globus.

Für die Azteken war es mehr als tragisch, dass Hermann Cortes und seine plündernden Eroberer anno 1510 auftauchten ... just in jenem Jahr, in dem die Azteken die Wiederkehr Quetzalcoatls erwarteten. Angeblich konnten die zahlenmäßig weit unterlegenen Spanier die Azteken besiegen, weil die Azteken einem Gott keinen Widerstand zu leisten wagten. Als sie erkannten, dass Cortes, Anführer einer mordlustigen Bande, alles andere als göttlich war ... da war es längst zu spät!

Die Spanier waren als Vertreter der europäischen »Zivilisation« auf Gold und Silber aus. Sie folterten auf grausamste Weise unzählige Ureinwohner, um ihnen Hinweise auf versteckte Schätze zu entlocken. Die vermeintlichen »Primitiven« waren von der Goldgier der Spanier irritiert und abgestoßen. Die wirklich »Primitiven« waren nicht Azteken und Mayas ... sondern die Spanier!

Schlangen am Tempel
des Quetzalcoatl
Foto: W-J.Langbein
Ich habe manches Mal das mysteriöse Bauwerk umrundet und so manche göttliche Schlange aus Stein fotografiert. Mir imponierte das Quetzalcoatl-Bauwerk sehr. Ein winziges Loch im Quetzalcoatl-Tempel lockte mich an. Ich überwand eine provisorisch errichtete Absperrung. Kurz konnte ich den Eingang des niedrigen und engen Korridors untersuchen. Mein Eindruck: Es handelte sich nicht um einen nachträglich in das steinerne Bauwerk getriebenen Tunnel, sondern um einen von Anfang an geplanten Gang.

Glatt polierte Platten bildeten seine Decke. Für Sekunden tastete sich der Strahlenfinger meiner kleinen, zu schwachen Taschenlampe in die Schwärze ... der Tunnel verlor sich in der Finsternis. Wohin mag er führen? In der Literatur habe ich bislang vergeblich nach einer Antwort auf diese Frage gesucht! Bevor ich auch nur versuchen konnte, mich durch den eher für größere Hunde geeigneten Eingang zu quetschen ... wurde ich auch schon entdeckt und vertrieben. Im Gehen drehte ich mich rasch um und schoss ein eher bescheidenes Foto vom mysteriösen Eingang. Ich sah eine Spinne von beachtlichen Ausmaßen im steinernen Schlund verschwinden. Gern wäre ich ihr gefolgt ...

Teotihuacan Quetzalcoatl
Foto: Walter-Jörg Langbein
Kehren wir in die Welt der Azteken und ihrer Mythen zurück ... In Teotihuacán sollen nach der Apokalypse am Ende der vierten Epoche Sonne und Mond »wieder hergestellt« worden sein. So wurde die undurchdringliche Finsternis verdrängt, es wurde wieder Tag ... Und so begann – nach Überzeugung der Azteken – die fünfte und letzte Epoche der irdischen Geschichte ... in der auch wir leben!

Sind das dumme, bestenfalls naive Vorstellungen? Was ist davon zu halten, dass in der Mythologie der Azteken auf die Apokalypse am Ende der »vierten Welt« eine Zeit der Nacht folgte? Was ist davon zu halten, dass die fünfte Welt erst erstehen konnte, als die Finsternis vertrieben worden war?

Viele Jahre studierte ich die Überlieferungen der Azteken. Obwohl die uralten Codices fast planmäßig vernichtet wurden, als die Spanier das Land ausbeuteten und die Menschen metzelten... gab es einige wenige Unermüdliche, die die Überlieferungen der Azteken so getreulich wie möglich schriftlich festhielten. Diesen wackeren Menschen, Soldaten und Geistlichen, ist es zu verdanken, dass die Historie der Azteken nicht gänzlich gelöscht worden ist.


Ausschnitt aus einem
Azteken-Codex
Foto: W-J.Langbein

Ich las in wissenschaftlichen Publikationen die Übersetzungen von Azteken-Kodices ... Ich kämpfte mich durch ermüdende Litaneien, rang mit für uns Europäer unaussprechlichen Namen. Und immer wieder ließ ich mir vor Ort die alten Sagen erzählen ... in Mexiko City, in kleinen Dörfern.

Es war zum Verzweifeln: eine schier unüberbrückbare Zahl von Göttinnen und Göttern waren in einem riesigen Pantheon angesiedelt und in komplexe Geschichten verwickelt. Vergeblich versuchte ich, so etwas wie historische Wahrheit aus dem unüberschaubaren Konglomerat herauszufiltern ... bis ich begriff, dass es um Grundsätzliches geht: um den Ablauf der Weltgeschichte in Zyklen, um sich periodisch wiederholende Katastrophen, um die endgültige Apokalypse auf Erden ... und den Aufbruch ins All!

Auch wenn wir es gern verdrängen ... das Leben auf unserer Erde stand wiederholt kurz vor der Ausrottung. Immer wieder überlebte die Menschheit nur knapp, so wie es die Mythologie der Azteken beschreibt. Immer wieder gab es gewaltige Kataklysmen ... und die Spuren solcher »Apokalypsen« sind viele Ewigkeiten nach den dramatischen Ereignissen immer noch zu erkennen... am besten aus dem All!

Der Toba-See aus dem All
Foto: NASA
Dank unserer Satellitentechnologie ist es uns möglich, unseren Planeten vom Weltall zu beobachten. Wir erkennen ihn als kleinen, verlorenen Ball in der Unendlichkeit des Alls. Und wir sehen die schlimmen Wunden, die immer wieder unserer Erde gerissen wurden. Wir sollten nicht über märchenhafte Überlieferungen der Azteken lächeln: Sie überliefern ein wahres, globales Bild. Man muss nur die Grundaussagen aus dem Wust von Überlieferungen herausfiltern ... dann erkennt man die erschreckende Wahrheit!

Wir müssen die Botschaft der Azteken wie der Mayas verstehen. Wir müssen die Narben der Erde lesen lernen, zum Beispiel den Toba-See von Sumatra. Nur dann haben wir eine Chance. Das Leben auf der Erde entging nur knapp immer wieder der vollständigen Vernichtung. Die Frage ist nicht ob, sondern wann es zur finalen Apokalypse kommen wird. Werden wir darauf vorbereitet sein?

Unsere jetzige Welt aber wird, so sagen es die Azteken, vollständig verwüstet ... alles Leben wird ausgelöscht werden. Will die Menschheit überleben, wird ihr nur die Flucht ins All bleiben!

Lesen Sie jetzt das spannende Buch zum Thema:
von Walter-Jörg Langbein

»2012 und der Aufbruch ins All II«
Teil 104 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 15.01.2012

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