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Sonntag, 16. Dezember 2018

465 »Monster im Meer?«

Teil 465 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Branko Čanak glaubt, dass die acht Drachen in der Gruft der Abdinghofkirche eine äußerst nützliche Tätigkeit ausüben. Die geheimnisvollen Wesen in der Krypta der Abdinghofkirche sind seiner Meinung nach (1) »Wasserdrachen, Hüter der Paderquellen und älteste Bewohner der Gegend«.

Jahrtausende älter ist Drachen Mušḫuššu (vermutlich Musch-chusch-schu ausgesprochen) aus dem uralten Reich der Sumerer. Eine schöne Darstellung dieser Kreatur zierte einst das legendäre Ištar-Tor, das heute im Pergamon-Museum, Berlin, bestaunt werden kann.

Foto 1: Drachen Mušḫuššu

Hesekiel siedelt Drachen auch im Wasser an, nämlich »im Meer«. Gab es Monster im Meer? Und er hebt im Vergleich die gewaltige Stärke der Meeresdrachen hervor. In der unrevidierten Lutherbibel von 1545 lesen wir (2): »Du Menschenkind, mache eine Wehklage über Pharao, den König zu Ägypten, und sprich zu ihm: Du bist gleichwie ein Löwe unter den Heiden und wie ein Meerdrache und springest in deinen Strömen und trübest das Wasser mit deinen Füßen und machst seine Ströme trübe.«

Martin Buber (1925-1978) war ein weltweit geachteter österreichisch-israelischer jüdischer Religionsphilosoph. Intensiv wie kein anderer Gelehrter setzte er sich mit den Schriften des »Tenach«, in unseren Gefilden als »Altes Testament« bekannt, auseinander. Wer ohne des Hebräischen kundig zu sein wissen möchte, wie die Texte des »Alten Testaments« im Hebräischen lauten, ist mit der buberschen Übersetzung (3) bestens beraten. Martin Buber war bemüht, die altehrwürdigen Texte so ins Deutsche zu übertragen, dass möglichst alle sprachlichen Besonderheiten erhalten blieben. Wie Buber in einem Interview erklärte, ging es ihm dabei nicht um die Untermauerung einer Lehre oder Theologie. Vielmehr wollte er, sinnbildlich gesprochen, ein Fenster zur Welt des »Tenach« aufstoßen. Buber übersetzt (4): »Du … warst … wie der Drache im Meer.«

Foto 2: 2 der 8 Drachen in der Krypa der Abdinghofkirche

 In der »Elberfelder Bibel« sucht man vergeblich nach dem Drachen, stattdessen wird da übersetzt: »…und doch warst du wie ein Seeungeheuer in den Meeren.« Eine Fußnote erklärt: »Gemeint ist das Krokodil im Nil.« Das glaube ich nicht! Denn es ist im Text, daran gibt es keinen Zweifel, vom »Meer« und nicht vom »Nil« die Rede. »Hoffnung für alle« verzichtet auf eine Fußnote und macht in der »Übersetzung« das »Meer« zum »Nil«, in dem sich tatsächlich Krokodile tummelten: »Doch du gleichst eher einem Krokodil im großen Fluss!« Ganz ähnlich verfährt die »Menge Bibel«: » … und (du) warst doch nur wie ein Krokodil im Nilstrom.« Vom Krokodil im Nil fabuliert auch die französische Version des »Alten Testaments«, »Bible du Semeur« (5).

»Schlachter 2000« belässt es beim Meer, lässt aber den Drachen verschwinden: » … und du warst wie ein Seeungeheuer in den Meeren.« Die Übersetzer der »Zürcher Bibel« haben wohl erkannt, dass der Nil kein Meer ist. Also verwandelten sie das Meer des Originaltextes verallgemeinernd in Wasser und machten aus dem Drachen wiederum ein Krokodil: »Und du warst wie das Krokodil im Wasser.« Die »Gute Nachricht Bibel« hat keine Angst vor dem Drachen und übersetzt mutig: »Von allen Königen warst du der größte, du Drachenungetüm im weiten Meer!« Auch in der »Neuen Evangelischen Übersetzung« finden wir wieder »unseren« Drachen, der sich freilich nicht mehr im Meer tummelt: »Ein Junglöwe unter den Völkern warst du, wie ein Drache in den Seen.«

Foto 3: Buch Hesekiel, Piscatorbibel 1684

Die »English Standard Version« belässt es beim Drachen in den Meeren: »But you are like a dragon in the seas;« (»Aber Du bist wie ein Drachen in den Meeren;«). Auch im englischsprachigen Raum ist man sich nicht einig. Die »New International Version« vermeldet: »You are like a monster in the seas.« (»Du bist wie ein Monster in den Meeren.«) Die »King James Version« schreckte vor dem Drachen zurück, wollte aber ein Nilkrokodil nicht in die Meere verfrachten und erklärte den Drachen geschwind zum Wal, genauergesagt sie vergleicht den Drachen mit einem Wal (6): »Du bist wie ein Wal in den Meeren.«

Drachen? Monster? Krokodil? Wal? Verlassen wir die widersprüchlichen Übersetzungen und wenden wir uns älteren Quellen zu. Hieronymus übersetzte von 382 bis 420 n.Chr. das »Alte Testament« neu ins Lateinische (»Biblia Latina«) (7). Im Lateinischen stoßen wir wieder auf den Drachen (8), zu Deutsch: »Du bist gleichgemacht … dem Drachen.« Älter noch ist die Übersetzung des hebräischen »Alten Testaments« ins Griechische. Die sogenannte »Septuaginta« gilt als die älteste durchgehende Übersetzung der Bibel ins Griechische. Die griechische Übersetzung des ursprünglich in Hebräisch verfassten Buches Hesekiel entstand vielleicht schon 250 v.Chr., spätestens 100 v.Chr. Und da steht an der entscheidenden Stelle klipp und klar »δράκων«, also Drachen.

Die griechische Septuaginta wurde für des Griechischen unkundige Leser wieder aus dem griechischen Original u.a. ins Deutsche übersetzt. Jetzt kommt wieder die »Drachenschlange« ins Spiel (9): » … Du warst wie die Drachenschlange im Meer.«

Foto 4: Hesekiel Kapitel 32, Vers 2, Piscatorbibel 1684

Johannes Piscator (* 27. März 1546 in Straßburg; † 26. Juli 1625 in Herborn), war ein elsässischer reformierter Theologe und Bibelübersetzer. Mit geradezu pedantischer Akribie übertrug Piscator 1602 bis 1604 die Texte des Alten und des Neuen Testaments aus den Originalsprachen Hebräisch und Griechisch ins Deutsche seiner Zeit. Was seine Übersetzungen so wertvoll macht: Piscator hielt sich sehr viel strikter als Martin Luther an die Vorlagen.

Eine Neuauflage der »Piscator Bibel« zu einem erschwinglichen Preis ist überfällig. Für 2016 war eine eBook-Version der kompletten »Piscator Bibel« angekündigt. Noch (Stand 9. Mai 2019) ist diese Version des wichtigen Werkes aber nicht erschienen. Nach wie vor heißt es auf der Homepage des Sepher-Verlags, Herborn, sie werde »demnächst« erscheinen.

Erhältlich sind Altes Testament, Neues Testament und Apokryphe Schriften in der Übersetzung von Piscator als Faksimile Druck in mehreren Bänden schon heute. Der Preis ist im Hinblick auf den Arbeitsaufwand des Verlags sicher angemessen, liegt aber mit insgesamt über 1.000 Euro recht hoch. Mit etwas Glück findet man in Antiquariaten »Piscatorbibeln« aus dem 18. und 17. Jahrhundert zu ähnlichen, manchmal gar günstigeren Preisen. Piscators Übersetzung, erschienen 1684 in Bern, lautet (10): »Du bist gleich wie ein junger loew unter den Heyden: ja du bist wie ein wallfisch in den meeren und brichst herfuer und betruebest das wasser mit deinen fuessen und machst seine stroeme trueb.«

Foto 5: Ergänzung zu Hesekiel 32, 2 (Piscator 1736)

Seltsam: Der Drachen wird hier wieder zum »Walfisch in den Meeren«, wühlt aber mit seinen Füßen das Wasser auf und macht »Ströme trüb«. Ein Walfisch mit Füßen? Mag sein, dass es den Herausgebern von Piscators »Biblia« auffiel, das ein Wal ja doch wohl keine Füße hat. So wurde in der Ausgabe der Piscatorbibel von 1736 Vers 2 von Hesekiels 32. Kapitel um einen Kommentar ergänzt: »Es wird Pharao einem reissenden thier auf dem land, und einem grossen wasser=thier, (es seye ein cocodil oder meer=pferd) verglichen.

Die Erklärung unterschlägt also klammheimlich den Wal. Es ist überhaupt fraglich, ob zur Entstehungszeit des »Alten Testaments« der Wal überhaupt bekannt war. Falsch, mag der Bibelleser einwenden, kennen wir doch alle das nach Jona benannte »Büchlein« im »Alten Testament« und seine mysteriöse Geschichte. Jona weigert sich, als Gottes Prophet nach Ninive zu reisen und flieht per Schiff. Gott schickt einen Sturm, Jona bietet sich als Menschenopfer für Gott an. Die Seeleute akzeptieren und werfen Jona ins tosende Meer. Und dann verschluckt ein Wal den Jona? So kennt man das doch! Falsch!

Fotos 6 und 7: Blick in die Krypta der Abdinghofkirche, gestern und heute

Der unbekannte Verfasser des Jonas-Büchleins, benutzt immer die Umschreibung, »gadowl dag« im Hebräischen, zu Deutsch »großer Fisch«. So steht es auch in unseren Bibeln. Wikipedia freilich schreibt unter dem Stichwort »Jona« in der »Gliederung« vom »Wal« (11): »2,1–11: Im Meer, im Bauch des Wales«, erst später korrekt vom »großen Fisch«. Übrigens: Der Bericht vom biblischen Jona kann auf sehr viel älteren Quellen basieren: auf assyrischen und babylonischen. Der Vorläufer von Jona war offenbar Oannes, ein Mischwesen aus Fisch und Mensch. Oannes kam aus dem Meer und brachte, wie der babylonische Priester des Gottes Bel-Marduk Berossos im frühen 3. oder späteren Jahrhundert zu berichten wusste, den Menschen Kultur. Berossos gilt heute noch als einer der wichtigsten Priesterastronomen der Antike.

Foto 8: Ausschnitt aus Hesekiel Kap.32, Vers 2 (Piscatorbibel 1736)

Vom »Wal« zum »Drachen«: Beim »Drachen« scheint es sich um eine reale Kreatur gehandelt zu haben, das im Meer und an Land leben konnte. Was uns wieder zu den acht Drachen in der Krypta der Abdinghofkirche bringt. Jacob Grimm berichtet in seinem monumentalen dreibändigen Werk »Deutsche Mythologie« (14), dass nach alter Mythologie Brunnen und Quelle »von dabei liegenden schlangen und drachen gehütet« wird.

Ist das die Aufgabe der acht Drachen in der Krypta der Abdinghofkirche? Sind sie Hüter der Quellen, die einst in der Erde unter Paderborn sprudelten? Einst galten sie wohl als heilig. Einst mag es im Bereich des Doms und der Kaiserpfalz ein uraltes Quellheiligtum gegeben haben, das Karl der Große zerstören ließ. In unserer Zeit gelten Quellen nicht mehr als heilig. Schonungslos springen wir mit Quellen um. In Paderborn ist so manche Quelle für immer versiegt, als eine Tiefgarage angelegt wurde.

Fußnoten
(1) http://wasserdrachen-podcast.de/
(2) Hesekiel Kapitel 32, Vers 2. Das Lutherdeutsch wurde heutigem Sprachgebrauch angepasst. Siehe http://www.jesus-is-lord.com/germezek.htm (Stand 12.10.2018)
(3) »Die Schrift. Aus dem Hebräischen verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig«, 4 Bände, 2688 Seiten, Deutsche Bibelgesellschaft, 1. Auflage, 1992
»Die Schrift. Verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig«, mit Bildern von Marc Chagall , 1176 Seiten, GVH Wissenschaft & Gemeindepraxis, 1. Auflage Oktober 2007
(4) Buber, Martin und Rosenzweig, Franz: »Bücher der Kündung/ Neubearbeitete Ausgabe«, Köln 1966, S. 527, letzter Absatz unten
(5) » … au crocodile dans les flots.«
(6) » … and thou art as a whale in the seas.« (» ... und du bist wie ein Wal in den Meeren«
(7) https://www.bibel-online.net/geschichte/ (Stand 12.10.2018)
(8) Hesekiel Kapitel 32, Vers 2 im Latein der Vulgata: »Leoni gentium assimilatus es, et draconi qui est in mari, et ventilabas cornu in fluminibus tuis, et conturbabas aquas pedibus tuis, et conculcabas flumina earum.«
(9) »Spetuaginta Deutsch/ Das griechische Alte Testament in deutscher Übersetzung«, Deutsche Bibelgesellschaft, 2. Verbesserte Auflage, Stuttgart 2010, Hesekiel Kapitel 32, Vers 2, Seite 1306, Spalte 2, rechts unten
(10) Piscatorbibel, Bern 1684. Die Rechtschreibung wurde unverändert übernommen. Umlaute wurden mit einem hochgestellten e über dem Vokal wiedergegeben, also ein kleines e über dem o in low bedeutet löw. Die heute gebräulichen »Pünktchen« bei ä, ö und ü entwickelten sich aus dem hochgestellten e über a, o und e.

Foto 9: Hochgestelltes e über Vokalen statt ä, ö und ü

(11) https://de.wikipedia.org/wiki/Jona (Stand: 13.10.2018)
(12) Sie hierzu auch Gmirkin, Russell E.: »Berossus and Genesis, Manetho and Exodus: Hellenistic Histories and the Date of the Pentateuch«, New York/London 2006.
(13) Siehe hierzu »Dictionary of Dities and Demons in the Bible«, 2. gründlich überarbeitete Auflage, Lewiden, Boston und Köln 1999, Seite 265
(14) Grimm, Jacob: »Deutsche Mythologie«, Akademische Druck- und Verlagsanstalt Graz 1968, dreibändige Faksimile-Ausgabe der 4. Auflage, Berlin 1875-78, Band I, S. 485, 2. Absatz von unten

Zu den Fotos

Foto 10:  Hesekiel Kapitel 32, Vers 2 (komplett), Piscatorbibel 1736

Foto 1: Drachen Mušḫuššu,Pergamonmuseum, Ischtartor, wikimedia commons, Foto hahaha
Foto 2: 2 der 8 Drachen in der Krypa der Abdinghofkirche. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Buch Hesekiel, Piscatorbibel 1684. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Hesekiel Kapitel 32, Vers 2, Piscatorbibel 1684. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Ergänzung zu Hesekiel 32, 2 (Piscator 1736). Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 6 und 7: Blick in die Krypta der Abdinghofkirche, gestern und heute.
(Foto 6: Historische Aufnahme, Archiv Walter-Jörg Langbein. Foto 7: Walter-Jörg Langbein)
Foto 8: Ausschnitt aus Hesekiel Kap.32, Vers 2 (Piscatorbibel 1736). Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Hochgestelltes e über Vokalen statt ä, ö und ü. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 10:  Hesekiel Kapitel 32, Vers 2 (komplett), Piscatorbibel 1736. Foto Walter-Jörg Langbein


»Professor Langdon und der Pfau«,
Teil 466 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 23.12.2018




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Sonntag, 2. Dezember 2018

463 »Böse Drachen, gute Drachen«

Teil 463 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: 2 Drachen in der Krypta der Abdinghofkirche

Der »Bund Sankt Michael« informiert auf seiner Internetseite » Das christliche Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes« (1) über »Symbole und Zeichen des schützenden Dienstes im Christentum« (2). Da lesen wir, kurz und bündig: »Drachen und Schlangen sind Symbole für das Böse, das alles Wertvolle sowie den Menschen und seine Seele bedroht, sowie für allgemeine Lebensbedrohung.« Wenn der Drachen so negativ gesehen wird, warum wurden dann in der Krypta der Abdinghofkirche gleich acht Drachen an einem Säulenkapitell verewigt?

Der Drachen ist in der christlichen Theologie ein Symbol für das Böse, das zu bekämpfen gilt. Drachentöter werden in der sakralen Kunst sehr häufig gezeigt: als Heroen, die böse Untiere besiegen. Belege für die böse Natur der Drachen finden sich im Alten Testament! Was selbst eifrigen Bibellesern meist verborgen bleibt: Im Alten Testament finden sich versteckte Hinweise auf Drachen aus uralten, vorbiblischen Zeiten. Ein Drachen wird gar namentlich genannt. Und der muss als böse angesehen worden sein, denn sonst hätte ihn Gott ja nicht vernichtet. Laut Bibel war dieser Drachen älter als die Schöpfung! Und er war nach Ansicht der Bibelautoren, böse!

Foto 2: Zwei der acht Drachen...

Im Buch Hiob (3) wird dieser Sachverhalt kurz angesprochen: »Durch seine Kraft hat er (Gott) das Meer erregt, und durch seine Einsicht hat er Rahab zerschmettert.« In der babylonischen Mythologie ist Rahab ein Meeresdrachen namens Tiamat. Tiamat aber war eine der ältesten Gottheiten überhaupt, nämlich die große Meeresgöttin. Als »Tehom« tritt die Meeresgöttin auch im »Alten Testament« auf, allerdings nur im hebräischen Original, nicht in den Übersetzungen der christlichen Interpreten. Die Übersetzer wussten mit der uralten Göttin nichts anzufangen. Sie ließen sie hinter Umschreibungen verschwinden.

»Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe. Und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.« So, oder so ähnlich, werden für gewöhnlich die ersten Sätze des »Alten Testaments« übersetzt. Korrekter ist die berühmte »Elberfelder Bibel«: »Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer und Finsternis war über der Tiefe.« Auch die Schlachter-Übersetzung bietet Finsternis, die über der Tiefe lag... wie auch schon die legendäre lateinische Übersetzung fast zwei Jahrtausende früher von »abyssus«, also von »Abgrund« spricht. Im hebräischen Original finden wir »Tehom«. 

Das alttestamentarische »tehom« weist auf die babylonische Meeresgöttin Tiamat, Mutter aller Götter und Göttinnen, hin! Tiamat ist noch ein weiteres Mal im Schöpfungsbericht der Bibel verborgen. Wo es in Übersetzungen heißt »Und die Erde war wüst und leer!«, da steht im Hebräischen »Tohuwabohu«, »Tohu und Bohu«. Auch »Tohu« geht auf den Meeresdrachen Tehom zurück. Mit »Bohu« könnte das männliche Pendant Behom, der männliche Erdgott, gemeint sein.

Foto 3: Haben diese Drachen eine Aufgabe?

Uralt ist die Legende vom »Drachenkönig und seinen Söhnen« in China. Wann sie zum ersten Mal erzählt wurde, das vermag niemand zu sagen. Es gab sie schon sehr, sehr lange in China, ja eigentlich schon »immer«. Waren die neun Söhne des Drachenkönigs zunächst anonym, so bekamen sie in der Ming Dynastie ihre Namen. Damals, so überliefert es die Legende, wollte der Kaiser von seinem General wissen, wie denn die Namen dieser mysteriösen Wesen lauteten. Der General wusste es nicht, erfuhr aber, dass die Namen dem Volk durchaus vertraut seien. Also machte er sich auf die Suche und fragte das Volk aus.

Wann der Drachenkönig wohl zum ersten Mal auftauchte? Das war schon viel früher, nämlich vor 6000 Jahren. Im Jahr 1970 fand man in einem Grab in der Nähe der Stadt Chifeng in der Inneren Mongolei in einem Grab eine Darstellung des Drachenkönigs, den die Entdecker Zhu Long nannten. Der Name rührt daher, dass einige Archäologen in dem mysteriösen Wesen einen Drachen (Long), andere ein Schwein (Zhu) sahen. Weil die Archäologen sich nicht auf einen Namen einigen konnten, verknüpften sie beide Bezeichnungen zu einem, zu Zhu Long. Autorenkollege und Chinaexperte Alexander Knörr schrieb mir per Mail (4): »Später dann fand man in weiten Teilen Chinas ähnliche Grabbeigaben, die alle, wie auch der erste Fund, aus der Zeit der Hong Shan Kultur und deren Ablegern stammten (9.000 bis 6.000 Jahre alt).«

Fotos 4 und 5: Sollen sie erschrecken oder behüten?

Wikipedia schreibt (5): »Das in der Mythologie Chinas häufig vorkommende Wesen (Drachen!) ist, im Gegensatz zu den europäischen Drachen, eher mit einer Gottheit als mit einem (böswilligen) Dämon zu vergleichen.« 

Ein heute noch sehr beliebter Drachenkönigssohn hatte eine spezielle Aufgabe zu erledigen. Er war – und ist –  dafür zuständig, dass die Geldströme nicht versiegen und das Einkommen ständig wächst. In China sieht man ihn als Statuette in Restaurants und anderen Geschäften. Um sich den Drachenkönigssohn gewogen zu machen, legt man Münzen um diese Statuetten. Das soll das Einkommen des Spenders steigern. Chinaexperte und Buchautor Alexander Knörr (6): »Die Schildkröte steht im Chinesischen immer für langes Leben. Sie soll in diesem Fall dem Besitzer der Figur ein langes Leben schenken, und der Sohn des Drachenkönigs ein gutes Einkommen bescheren.«

Wer genau hinsieht, wird bei »meinem« »Schildkrötendrachen« Münzen und »Schiffchen« mit einer Kugel darin erkennen. Alexander Knörr erklärte mir (7): »Bei den Schiffchen handelt es sich um eine frühe Form des chinesischen Münzgeldes. Das sogenannte Barrengeld. Während man alle normalen Einkäufe mit den runden, eckigen oder schwertförmigen Cash-Münzen bezahlte (deswegen auch der Name Cash für Geld), nahm man für größere Anschaffungen kleine Silberbarren in dieser speziellen Form.«

Foto 6: Chinesischer Schildkrötendrachen mit Münzen.

In der Welt der christlichen Symbolik haben Drachen wie die Schlange im Paradies eine negative Bedeutung, in der chinesischen Mythologie häufig eine positive. Wie sind die acht Drachen in der Krypta der Abdinghofkirche zu verstehen? »Paderborn.de« erklärt (9)»Das östliche Kapitell verfügt über den reichsten Schmuck. Das Tierkapitell zeigt acht Drachen mit geringeltem Hinterleib, Flügeln und einem kleinen Spitzbart am Kopf. Diese mythischen Drachen waren seit der Antike bis ins hohe Mittelalter Sinnbild für Naturkräfte, die hier vermutlich die Wasserquellen der Pader schützen sollten. Diese Schlangendrachen sind hier eine kunstgeschichtliche Kostbarkeit.«

Im Blog »Museum in der Kaiserpfalz« (10) lesen wir etwas anderes (11): »Um die Paderquellen ranken sich Sagen und Legenden, u. a. die der Wasserdrachen. Die Krypta in der Abdinghofkirche besitzt ein Tierkapitell mit acht Drachen, welche als Metapher für die heilende Kraft der Natur die Paderquellen beschützt haben sollen und den Quellkeller bewohnen.«

Foto 7: Der Schatz des Schildkrötendrachen.

Die Säule mit den acht Drachen befindet sich ganz in der Nähe des Altars. Sie ist, das ergab meine Messung, nur 1,80 Meter hoch. An allen vier Seiten der Bündelsäule befinden sich schmale Reliefstreifen (Breite jeweils etwa 50 cm, Höhe jeweils etwa 10 cm). Ganz eindeutig sind die acht Fabelwesen als Drachen zu erkennen. Geringfügige Beschädigungen stören den Gesamteindruck nicht. So sind einige kleine Risse auszumachen. Zu erkennen sind auch, wenn man genau hinschaut, kleine Ausbesserungen. So fehlen winzige Teile der Reliefs. Auch sind an manchen Stellen die Umrisse der Drachen nur noch zu erahnen, was meiner Meinung nach für ein sehr hohes Alter der Darstellungen spricht. Unverkennbar sind die spitzen Bärte der Drachen. Sollte es sich um männliche Drachen handeln? Betrachtet man die detailreichen in den Stein geritzten Zeichnungen sehr sorgsam, so erkennt man Hinweise auf »Schuppen«, passend zu reptilienhaften Drachen.

Sollten die Quellen von Paderborn in heidnischen Zeiten als heilsam gegolten haben? Gab es einst in Paderborn ein heidnisches Quellheiligtum? Der Sage nach (12) wurden die Quellen einst von keinem Geringeren als vom höchsten Gott der heidnischen Sachsen, von Wotan alias Odin, geschaffen. Übrigens: Es gibt eine seltsame Parallele zwischen Jesus und Wotan! Nach christlichem Glauben ließ sich Jesus kreuzigen und vollzog damit ein Selbstopfer. Nach christlichem Verständnis brachte sich Gott als letztes Opfer selbst dar. So wie Jesus am Kreuz hing, so hängte sich Odin alias Wotan an den. Weltenbaum Yggdrasil.

Im »Geschichtsforum« (13) lesen wir im Kapitel »Paderborner Ortsnamen« (14): »Es gibt einige sagenhafte Hinweise auf den Fund heidnischer Opfergaben und die Quelle unter dem Gebäude der Kaiserpfalz gilt als heilig. Aber die Analyse von Sagen und Märchen hat bekanntlich ergeben, dass so ziemlich jedes Gewässer in der/den westgermanischen Religion/en als Zugang zum Jenseits galt.«»Böse« Drachen im Christentum, »gute Drachen« bei den »Alten Chinesen«.

Und welche Bedeutung haben die acht Drachen in der Krypta der Abdinghofkirche zu Paderborn?

Foto 8: Quellwasser unter der Kaiserpfalz.

Fußnoten
(1) https://bundsanktmichael.org/kultur/ (Stand 1.10.2018)
(2) https://bundsanktmichael.org/kultur/symbole-und-zeichen/ (Stand: 1.10.2018)
(3)  Buch Hiob Kapitel 26, Vers 12
(4) Email Alexander Knörr an Walter-Jörg Langbein, Datum: 18.5.2016, 6 Uhr 45. Ein herzliches Dankeschön geht an Alex für seine großzügige Hilfsbereitschaft!
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Long_(Mythologie) (Stand: 1.10.2018)
(6) Email Alexander Knörr an Walter-Jörg Langbein, Datum: 29.1.2016
20 Uhr 29. Ein herzliches Dankeschön geht an Alex für seine großzügige Hilfsbereitschaft!
(7) Email Alexander Knörr an Walter-Jörg Langbein, Datum: 12.5.2016, 15 Uhr 10. Ein herzliches Dankeschön geht an Alex für seine großzügige Hilfsbereitschaft!
(8) https://www.paderborn.de/index.php (Stand 1.10.2018)
(9) https://www.paderborn.de/tourismus-kultur/sehenswuerdigkeiten/Abdinghofkirche_Sehensw.php (Stand 1.10.2018) : »Abdinghofkirche St. Peter und Paul«, Stichwort »Krypta«
(10) https://www.kaiserpfalz-paderborn.de/blog
(11) https://www.kaiserpfalz-paderborn.de/blog/ganz-schoen-cool-der-unterirdische-quellkeller (Stand 1.10.2018)
(12) https://www.paderborn.de/veranstaltungen/events/sagen-legenden-erzaehlungen.php (Stand 1.10.2018)
(13) http://www.geschichtsforum.de/  (Stand 1.10.2018)
(14) http://www.geschichtsforum.de/thema/paderborner-ortsnamen.52493/ (Stand 1.10.2018)

Foto 9: Quellwasser unter altem Gemäuer (Kaiserpfalz)

Zu den Fotos:
Foto 1: 2 Drachen in der Krypta der Abdinghofkirche. Foto/ Nachzeichnung Walter-Jörg Langbein
Foto 2: 2 der 8 Drachen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Haben diese Drachen eine Aufgabe? Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 4 und 5: Sollen sie erschrecken oder behüten? Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Chinesischer Schildkrötendrachen mit Münzen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Der Schatz des Schildkrötendrachen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Quellwasser unter der Kaiserpfalz. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Quellwasser unter altem Gemäuer (Kaiserpfalz). Foto Walter-Jörg Langbein

464 »Drachen, Jungfrauen und ein himmlischer Fluss«,
Teil 464 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 09.12.2018



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Sonntag, 25. November 2018

462 »Mysteriöse Pflanzen und gefährliche Drachen«

Teil 462 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Blick in die Krypta vom Altar aus

Betritt man die Krypta der Abdinghofkirche, so gewöhnen sich die Augen rasch an das diffuse Licht. Von der Decke hängen an jeweils vier Ketten Leuchterschalen. Friedrich Stuhlmüller, Goldschmied und Kirchenkünstler aus Hamburg (1), hat sie 1978 geschaffen. Wir stehen vor dem Altar in der Krypta und blicken zur originalgetreuen Kopie von Bischof Meinwerks Grabplatte, die auf der anderen Seite des unterirdischen Raums an der Mauer steht. Sie zeigt den Kirchenmann im Ornat mit Mitra.

Der Bischof aus Stein blickt Richtung Altar. Säulen und Pfeiler tragen das Tonnengewölbe, unterteilen die überschaubare Krypta. Sie wird zu einem dreischiffigen Raum im frühromanischen Stil (Ende 10. Jahrhunderts bis um 1070). Die starken Säulen tragen den »Himmel« der Krypta seit über einem Jahrtausend. Die Bomben, die Paderborn in Schutt und Asche legten, konnten dem unterirdischen Raum unter der Abdinghofkirche nichts anhaben. Die Krypta überstand das Bombardement, anders als so mancher Bunker.

Langsam gewöhnen sich unsere Augen an das diffuse Licht. Der Raum wirkt größer als er ist. Seine Schlichtheit macht ihn irgendwie zeitlos. Sind 500 Jahre verstrichen, als die Krypta angelegt wurde oder 1000? Oder mehr? Irgendwie scheint der Lauf der Zeit bedeutungslos geworden zu sein, hier in der Unterwelt, nur wenige Meter vom Trubel, von der Hetze auf den Plätzen und Straßen. Den Lärm des Alltags haben wir hinter uns gelassen. Dem einen fällt es leichter, dem anderen schwerer, die Ruhe zuzulassen. So eine unterirdische Krypta ist da ein guter Lehrmeister.

Foto 2: Mysteriöse Krypta unter der Kirche

Wir lassen die Ruhe auf uns wirken. Wir studieren die etwa in Augenhöhe angebrachten Verzierungen an den Säulenkapitellen. Einige sind nur geglättet worden. Vielleicht hatte man vor, Ornamentik anzubringen. An anderen Kapitellen erkennen wir immer wieder blattartige Muster. Es sind nicht nur Schmuckelemente, die mehr oder minder symmetrisch die Flächen füllen. Der großformatige Führer »Die evangelische Abdinghofkirche in Paderborn« (2) spricht von »akanthusartige(r) Pflanzensymbolik«. Die Internetseite »Symbol Attribut Allegorie« führt aus (3) dass Akanthus-Blätter schon seit der Antike in Gebäuden als weit verbreitetes Motiv anzutreffen sind. Irgendwie gelangte das Symbol »Akanthusblatt« aus Griechenland nach Europa und wurde gern im sakralen Bereich eingesetzt (4) »und zwar bevorzugt für Kapitelle im Chor einer Kirche, denn dieser birgt die Reliquien der Heiligen, denen die Auferstehung verheißen ist«.

Fotos 3 und 4: Akantusblätter an einem Säulenkapitell

Fotos 5 und 6: Akantusblätter an zwei Kapitellen

Bevor die Reliquien der Heiligen in den allgemein zugänglichen Bereich von christlichen Gotteshäusern gelangten, wurden sie in den Krypten verwahrt. So ruhte Bischof Meinwerk ursprünglich in seinem Sarkophag in der Krypta der Abdinghofkirche. Als das Abdinghofkloster anno 1803 aufgelöst wurde, brachte man die Reliquien Meinwerks in Sicherheit und transportierte den »Seligen« in seinem Sarkophag in die Busdorfkirche. Dort befindet er sich auch heute noch im »Hohen Chor«. Die Gebeine Meinwerks wurden 1936 im Dom zu Paderborn beigesetzt. Präziser: Geht man von der Krypta des Doms gen Westen, so gelangt man in den Vorraum zur Bischofsgruft. Dieser Vorraum wurde 1935 mit Mosaik ausgestaltet, zahlreiche christliche Symbole sind da zu sehen, von der Taube (»Heiliger Geist«) zum Kelch (»Abendmahl«).

F. 7: Meinwerks Grab
In der Mitte des in himmlischem Blau gehaltenen Vorraums zur Bischofsgruft wurden die Gebeine Bischof Meinwerks unter einer massiven steinernen Grabplatte beigesetzt. Es handelt sich bei dieser kunstvoll gestalteten Grabplatte um den Original-Deckel von Meinwerks Sarkophag.

Der Sarkophag selbst befindet sich heute in der Busdorfkirche von Paderborn: natürlich leer und abgedeckt mit einem schlichten Stein. Unter dem Dom zu Paderborn wartet »der selige Meinwere« auf die Auferstehung von den Toten.

Zum christlichen Auferstehungsglauben passt das Symbol des Akanthusblatts, das sich nicht nur an Säulenkapitellen in der Krypta der Abdinghofkirche findet, es ist auch am mysteriösen Paradiestor des Doms zu sehen. Die Akanthus-Pflanze ist im Mittelmeerraum beheimatet. Akanthus-Blätter zieren korinthische Säulenkapitelle etwa ab dem 5. Jahrhundert vor Christus. Wie gelangte das Blatt in christliche Baudenkmäler? Und wie wurde das Blatt zum Symbol für Auferstehung von den Toten?

»KUNSTDIREKT.NET« vermutet (4): »Akanthus: Die symbolische Bedeutung bezieht sich wahrscheinlich auf seine Stacheln; er zeigt an, daß eine schwierige Aufgabe vollendet gelöst wurde.« So kann man die Auferstehung von den Toten als schwierige Aufgabe verstehen, die vollendet gelöst werden muss, soll sie denn auch wirklich gelingen. Christlich ist diese Vorstellung allerdings nicht. Nach christlich-theologischem Weltbild kann der Mensch nur hoffen, dass er erlöst wird. Die Auferstehung wird ihm als ein Akt der Gnade geschenkt, selbst erarbeiten kann sich der Mensch nicht die Rückkehr aus dem Reich der Toten in das der Lebenden.

Foto 8: Christliches Symbol - der Pfau.

Christliches Symbol für die Auferstehung ist der Pfau, der im Vorraum zur Bischofsgruft im Dom zu Paderborn im kunstvollen Mosaik verewigt wurde. Ein stolzer Pfau blickt auf die letzte Ruhestätte Bischof Meinwerks herab. Christlichen Ursprungs ist der Pfau als Symbol aber nicht. Schon im »Alten Griechenland« hatte er religiöse Bedeutung. Er war der Göttin Juno heilig und wurde wegen seines Rades aus Federn, das der männliche Hahn schlägt, als Sonnensymbol angesehen. Die christliche Interpretation als Symbol für die Auferstehung geht auf den älteren Plinius (* 23 oder 24; † 25. August 79) zurück, der einst beschrieb, wie der Pfau im Herbst seine Federn verliert, die ihm im Frühjahr wieder wachsen. Gerd Heinz-Mohr schreibt in seinem »Lexikon der Symbole« (5): »Hier erblickten die Christen ein Symbol der Auferstehung des Leibes. Dazu kam die Erklärung des Kirchenvaters Augustinus, daß das Fleisch des Pfau unverweslich sei. In diesem doppelten Bezug stehen die überaus zahlreichen Darstellungen des Pfau auf Katakombenfresken, Sarkophagen, Reliefplatten, Grabstelen, Epitaphien, Mosaiken.«

Wir stehen vor dem Altar in der Krypta und blicken zur originalgetreuen Kopie von Bischof Meinwerks Grabplatte, die auf der anderen Seite des unterirdischen Raums an der Mauer steht. Direkt vor uns: die erste Reihe mit Kirchenbänken. Links von uns: die interessanteste Säule in der Krypta der Abdinghofkirche. Wir interessieren uns für das Kapitell dieser einen Säule. Je zwei Drachen befinden sich an jeder der vier Seiten des Säulenkapitells (Kapitell, abgeleitet vom lateinischen »capitellum«, zu Deutsch Köpfchen). Drachen in einer christlichen Kirche entsprechen so gar nicht dem christlichen Verständnis! Denken wir an den Heiligen Georg, der in unzähligen Kathedralen, Domen und Kapellen als wackerer Drachentöter dargestellt wird. Denken wir an den Erzengel Michael, der sich wie St. Georg als Drachentöter hervortat. Unverkennbar: der Drache gilt da als Symbol des Heidentums, der teuflischen Gefährdung, also als böse.

Fotos 9 und 10: Drachen an einem Säulenkapitell.

Christliche Heilige scheinen so manchen Drachen dahingemetzelt zu haben. Die Heilige Margareta von Antiochien (*unbekannt; † um 305 n.Chr.) war eine der wenigen weiblichen Drachentöter. Die Jungfrau und Märtyrerin rückte ihrem Drachen freilich nicht mit einem Schwert oder Spieß zuleibe wie ihre männlichen Kollegen. Sie ließ sich von so einem Untier verschlingen, machte das Kreuzzeichen im Inneren des Monsters, das daraufhin zerplatzte. Die Heilige Margareta überstand die blutige Prozedur im Gegensatz zum Drachen gänzlich unversehrt.

Margareta ließ sich nicht vom christlichen Glauben abbringen. Lieber wollte sie sterben. Sie wurde, wie einige Legenden überliefern, aufs Grausamste gefoltert und blieb dennoch standhaft, bevor sie Als Märtyrerin starb. Auf diese Weise überzeugte sie zahlreiche Heiden von ihrem Glauben. Sie ließen sich ebenfalls taufen, wurden Christen.

Wir müssen uns fragen: Wieso finden sich dann in der Krypta, also dem ursprünglich Allerheiligsten, wo die Reliquien der Heiligen ruhten, gleich acht Drachen, an den vier Seiten eines Säulenkapitells sichtbar für alle angebracht?

Foto 11: Die Abdinghofkirche
Am ehesten lassen sich die Drachen in der Krypta meiner Meinung nach mit Schlangendrachen in sumerischen Darstellungen vergleichen, die bereits Ende des vierten vorchristlichen Jahrtausends v.Chr. auftauchen. Es sind lokale Götter, die im dritten Jahrtausend v.Chr. in mesopotamischen Texten als Drachentöter beschrieben werden. Fazit: Götter wie Helden töteten Drachen, schon Jahrtausende vor Entstehung der biblischen Texte.

Die Verfasser des apokryphen »Evangeliums des Pseudo-Matthäus« waren offensichtlich enttäuscht vom Evangelium nach Matthäus, fällt doch die Schilderung der Flucht von Maria und Joseph nebst Baby nach Ägypten recht knapp aus. Was mochte sich auf der Flucht nach Ägypten abgespielt haben? Und siehe da: Der apokryphe Text ist sehr viel ausführlicher und inhaltsreicher. Es kam demnach zu einer dramatischen Begegnung mit gefährlichen Drachen. Maria und Josef mit dem Jesusbaby und drei weitere Knaben sowie ein Mädchen suchten auf der gefährlichen Reise Unterschlupf in einer Höhle. Auf einmal (7) »krochen mehrere Drachen hervor, und bei ihrem Anblick schrien die Kinder laut vor Entsetzen. Da sprang Jesus von Marias Schoß und richtete sich auf vor den Drachen, die aber beteten ihn an.« Auch hier gelten Drachen als gefährlich, aber sie unterwerfen sich dem Jesus-Baby.

Niemand vermag zu sagen, wieso an einem Säulenkapitell in der Krypta der Abdinghofkirche viermal zwei, also acht Drachen zu sehen sind. Und nirgendwo ist dokumentiert, was diese Drachen zu bedeuten haben!

Fußnoten
(1) Die Lebensdaten von Friedrich Stuhlmüller konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Er soll bis in die 1980er Jahre ein Atelier in Hamburg geführt haben. Kunstobjekte Stuhlmüllers erfreuen sich bei Sammlern großer Beliebtheit.
(2) Ev:-Lutherische Kirchengemeinde Paderborn/ Pfarrer Dr. Eckehard Düker (Hrsg.): »Die evangelische Abdinghofkirche in Paderborn«, Paderborn 2011, keine Seitenzählung.
(3) http://baseportal.de/cgi-bin/baseportal.pl?htx=/Peter_Eckardt/Symbole&_fullsearch~~franz+otto+erich+k%FChl+geb.+am+14.09.1904&fullsearch_range=259,500000
(4) http://www.kunstdirekt.net/Symbole/symbole/sonstige.htm Stichwort »Akanthus« (Stand 23.09.2018)
(5) Heinz-Mohr, Gerd: »Lexikon der Symbole«, Stichwort »Der Pfau«, München 1988, S. 236 f. (Hinweis Rechtschreibung wurde nicht der Rechtschreibreform angepasst!)
(6) Daniel-Rops, Henri: »Die apokryphen Evangelien des Neuen Testaments«, Zürich 1952, S. 51-63
(7) ebenda, S. 59 ff.

Foto 12: Akanthusblätter in der Krypta

Zu den Fotos
Foto 1: Blick in die Krypta vom Altar aus. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Mysteriöse Krypta unter der Kirche. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 3 und 4: Akantusblätter an einem Säulenkapitell.Fotos Walter-Jörg Langbein
Fotos 5 und 6: Akantusblätter an zwei Kapitellen. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Meinwerks Grab. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Der Pfau - christliches Symbol für Auferstehung von den Toten. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 9 und 10: Drachen an einem Säulenkapitell. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 11: Die Abdinghofkirche hat so manches Geheimnis. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 12: Akanthusblätter in der Krypta. Foto Walter-Jörg Langbein 
Foto 13: Drachenmotiv nach einem Fund in Worms. Rekonstruktion und Fotomontage Walter-Jörg Langbein

Foto 13: Drachenmotiv, nach einem Fund in Worms

463 »Böse Drachen, gute Drachen«,
Teil 463 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 02.12.2018


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Sonntag, 18. November 2018

461 »Acht Drachen mit geringeltem Hinterleib«

Teil 461 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Die Abdinghofkirche von Paderborn

Stündlich fährt eine S-Bahn von Hannover über Hameln, Bad Pyrmont, Lügde und Altenbeken direkt nach Paderborn. Die S5 fährt – Stand Herbst 2018 – von Gleis 1 fünf Minuten zur vollen Stunde (4 Uhr 55 bis 21 Uhr 55) und erreicht ihr Ziel nach einer Fahrzeit von 1 Stunde und 51 Minuten. Wer gut zu Fuß ist, kann vom Hauptbahnhof den Marsch zum Dom antreten. Wer es gern etwas bequemer hat, nimmt sich ein Taxi und lässt sich zur Abdinghofkirche, direkt beim Dom gelegen, kutschieren.

Der Name »Abdinghofkirche« entstand erst im 13. Jahrhundert und lässt sich vom lateinischen »curia abbatis«, »Hof des Abts«, herleiten. Der »Abdinghof« war also der »Hof des Abts«. Mit anderen Worten: Die Ländereien gehörten dem Abt.

Foto 2: Bischof Meinwerk
Der Legende nach geht die Gründung der doppeltürmigen Abdinghofkirche auf Bischof Meinwerk von Paderborn (*um 975; †1036) zurück. Angeblich plante der Kleriker Großes. Vier bedeutende Kirchen im Stadtgebiet von Paderborn sollten die Eckpunkte eines riesigen Kreuzes ergeben. Den Mittelpunkt sollte im Zentrum der Dom markieren. An den vier Enden des Kreuzes sollten vier Klöster stehen. Allerdings kam es nur zur Gründung von zwei der vier geplanten Klöster: »St.Peter und Paul« (Abdinghofkirche) im Westen und das Kanonikerstift »St. Peter und Andreas« (Busdorfkirche/ Foto 3) im Osten. Angeblich wollte Bischof Meinwerk in seiner Stadt den »christlichen Erdkreis« darstellen.

Neuere archäologische Ausgrabungen (Foto 4) allerdings widerlegen die fromme Legende, Bischof Meinwerk habe den Grundstein des Abdinghofklosters gelegt. Nach aktuellem Kenntnisstand dürfte das Kloster erst einige Jahrzehnte nach Bischof Meinwerks Tod gegründet worden sein.

Die Geschichte des Abdinghofklosters weist Höhen und Tiefen auf. Fast ein Jahrtausend Geschichte könnten Bände füllen. Drei Spotlights sollen etwas Licht ins Dunkel der Vergangenheit bringen. Als menschenverachtende Periode muss die Zeit der Hexenprozesse bezeichnet werden. Der Hexenwahn wütete auch im Umfeld des Abdinghofklosters. Nüchtern stellt »historicum.net« fest (1): »Zwischen circa 1510 und 1702 sind Hexenprozesse gegen 260 Personen nachweisbar. Sie endeten in mindestens 204 Fällen mit der Hinrichtung oder dem Tod in der Haft, in 18 Fällen mit der Freilassung, der Ausgang der restlichen Verfahren ist unklar. 

Der Anteil der Frauen liegt bei rund 70 %. Kinder wurden nur vereinzelt angeklagt.« Besonders unrühmlich tat sich aus heutiger Sicht der Paderborner Theologieprofessor Bernhard Löper in den Jahren zwischen 1656 und 1659 hervor. Der Exorzist löste eine wahre Hexenjagd aus, um seine persönlichen Gegner zu bekämpfen (2).

Foto 3: Die Busdorfkirche von Paderborn

Anno 1803 wurde die Abdinghof-Abtei im Rahmen der Säkularisation aufgelöst. In den altehrwürdigen Klostergebäuden wirkten von nun an keine frommen Mönche mehr. Die Räumlichkeiten dienten dem preußischen Infanterie Regiment »Friedrich von Hessen« als Kaserne. Anno 1806 zog das Regiment ab, napoleonische Truppen rückten nach und verwandelten die Kirche in ein Futtermagazin und Pferdestall. 

Anno 1945 wurden die Abdinghofkirche und das Abdinghofkloster massiv von den Verbänden der »USAAF« bombardiert. Militärische Bedeutung hatten diese Ziele nicht. Uraltes Kulturgut wurde gezielt bombardiert. Hitlers »Deutsches Reich« war längst besiegt, als am 22. und 27. März 1945 eine Luftmine und Brandbomben Abdinghofkirche und Abdinghofkloster trafen und die sakralen Gebäude weitestgehend zerstörten.

Foto 4: Hier (Pfeile) haben Archäologen gegraben.

Die einstigen Klostergebäude aber extrem verwüstet und mussten 1952 abgerissen werden. Am 8. Mai 1945 endete der Wahnsinn des Zweiten Weltkriegs. Das Bombardement von Paderborn hatte Ende des Krieges keine Berechtigung mehr. »Die Welt« urteilt (3): »Zu dieser Zeit ging es längst nicht mehr darum, mit den Angriffen eine Entscheidung herbeizuführen. Militärisch hatte Hitler-Deutschland schon längst verloren.« Evangelische wie katholische Christen unterstützten die fachkundigen Arbeitskräfte, so dass der Wiederaufbau zügig voranschritt. Am 17. März 1951 konnte die Kirche, am 25. Dezember 1957 die Krypta wiedereingeweiht werden.

111 Minuten benötigt die S5 von Hannover nach Paderborn. Wenige Minuten benötigt man, um in die »Unterwelt« hinab zu steigen. Von beiden Seitenschiffen aus führen Treppen hinab. Die Krypta des Gotteshauses ist meiner Meinung nach sehr viel wichtiger als beispielsweise das erst 2008 vom Axel Kebernik gestaltete Lesepult mit den Darstellungen der Apostel Paulus und Petrus an der Vorderseite. Die neuzeitlichen Figuren wirken älter als sie sind: Sie wurden sakralen Kunstwerken aus dem 19. Jahrhundert nachempfunden.

Der legendenhaften Überlieferung nach wurde die Krypta (zu Deutsch die »Verborgene«) der Abdinghofkirche am 2. Januar 1023 von Bischof Meinwerk dem Märtyrer Stephanus geweiht. Stephanus gilt als erster Märtyrer der Christenheit. Er wurde um das Jahr 40, also wenige Jahre nach der Kreuzigung Jesu, wegen seines Glaubens zu Tode gesteinigt. Aber stammt die Stephanus-Krypta auch von Bischof Meinwerk? Ließ der legendäre Kirchenmann wirklich den unterirdischen Raum komplett neu anlegen? Wohl kaum!

Mich fasziniert die »Stephanus-Krypta« mehr noch als der Dom zu Paderborn. Wann ich immer nach Paderborn komme, steige ich in die verborgene Welt hinab. Besonders krass ist der Kontrast an Markttagen, wenn man aus dem Getümmel von tausenden von Besuchern in die wohltuende Stille der Krypta gelangt. Die Krypta wurde als dreischiffige Halle mit Tonnengewölben angelegt. Auffällig sind die durchaus Vertrauen erweckenden Säulen. An der Südseite gibt es drei Vierpasssäulen, an der Nordseite zwei weitere Vierpasssäulen. Ich rate jedem Besucher dieser mystischen Unterwelt: Nehmen Sie sich ausreichend Zeit. Setzen Sie sich erst einmal in einer der Bänke und lassen sie die förmlich greifbare Stille auf sich wirken. Kommen Sie erst ein wenig zur Ruhe. Ihre Augen gewöhnen sich dann auch an das Halbdunkel des unterirdischen Raums.
Foto 5: Die Abdinghofkirche
Der Überlieferung nach wurde der Sarkophag von Bischof Meinwerk am 5. Juni 1036 in einer Nische der Krypta aufgestellt. 1958 wurde der steinerne Sarg in die Busdorfkirche, Paderborn, überführt. Unklar ist, wann die Krypta angelegt wurde. Mit großer Wahrscheinlichkeit wurde sie nicht erst für die Abdinghofkirche angelegt. Wir wissen, dass die einstige Abteikirche einen Vorgängerbau hatte. Fakt ist: Anno 1000 n.Chr. machte ein großer Stadtbrand einen Neubau des Gotteshauses erforderlich. Der Vorgängerbau und der Vor-Vorgängerbau dürften bereits über eine Krypta verfügt haben, die wohl kleiner war als die heute noch erhaltene. Häufig liest man, die Arbeiten an der Krypta hätten im frühen 11. Jahrhundert begonnen. Ich halte es für sehr viel wahrscheinlicher, dass damals umgebaut und erweitert wurde.

Schon einige Jahre gab es Pläne, im Boden der Krypta einen Heizkörper einzubauen. Doch bevor man diese Annehmlichkeit für Besucher des Gotteshauses schaffen konnte, mussten Archäologen ans Werk. Sie sollten die Unterwelt unter der Unterwelt erkunden, bevor man mit dem Einbau der Heizung beginnen konnte. Es sollten ja keine Hinweise auf Vorgängerbauten beschädigt oder gar zerstört werden. Anno 2014 stießen Archäologen  im Auftrag des LWL (Landschaftsverband Westfalen-Lippe) unter dem Boden der »heutigen« Krypta auf Reste einer älteren Krypta. Und dabei gruben die Archäologen nur einen Meter tief. Was sie wohl in noch größerer Tiefe entdeckt hätten?

Ein Archäologe, der auch heute noch für die Kirche arbeitet, versicherte mir, dass im 11. Jahrhundert beim Wiederaufbau der abgebrannten Abdinghofkirche zumindest erhebliche Teile einer sehr viel älteren Ringkrypta zerstört wurden. Einige der Säulen, die heute kaum das Interesse eiliger Besucher auf sich lenken, könnten deutlich älter sein. 

Foto 6: Blick in die Krypta der Abdinghofkirche

Ring-Krypten gibt es heute so gut wie gar nicht mehr. Die älteste befand sich im Vorgängerbau des heutigen Petersdoms, in »Alt-St.Peter«, anno 324 von Konstantin dem Großen über dem vermuteten Grab des hl. Petrus errichtet. Die Ringkrypta wird auf das Jahr 590 datiert. Seltenes Beispiel:  die St.-Luzi-Kirche in Chur, Schweiz. Als Besonderheit der ehemaligen Klosterkirche gelten ihre beiden Krypten. Eine echte Rarität ist die karolingische Ringkrypta aus dem 8. Jahrhundert. Die zweite Krypta ist wesentlich jünger. Die romanische Hallenkrypta stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die karolingische Krypta wurde als halbrunder, tonnengewölbter Gang angelegt. In seinen Wänden wurden Nischen eingelassen, vermutlich für die Gebeine von Heiligen oder bedeutenden Vertretern der hohen Geistlichkeit. Doch zurück nach Paderborn. Wann mag die Ringkrypta von Paderborn entstanden sein, auf deren Reste man erst vor wenigen Jahren stieß?

Foto 7: Der Altar in der Krypta der Abdinghofkirche

Und welche Teile der ältesten Krypta sind bis heute erhalten geblieben? Paderborn.de macht auf ein geradezu fantastisches Kuriosum in der Krypta aufmerksam. Direkt beim Altar der Krypta befindet sich eine Säule mit einer mehr als mysteriösen Darstellung auf dem Kapitell. Zum Glück kann der interessierte Betrachter die vier Seiten auf dem Kapitell in Augenhöhe genau studieren. Was sieht man da? Paderborn.de beschreibt den Sachverhalt sehr präzise und zutreffend (4):

»Das Tierkapitell zeigt acht Drachen mit geringeltem Hinterleib, Flügeln und einem kleinen Spitzbart am Kopf. Diese mythischen Drachen waren seit der Antike bis ins hohe Mittelalter Sinnbild für Naturkräfte, die hier vermutlich die Wasserquellen der Pader schützen sollten. Diese Schlangendrachen sind hier eine kunstgeschichtliche Kostbarkeit.«

Fotos 8a und 8b: Zwei der acht Drachen

Fußnoten
(1) https://www.historicum.net/de/themen/hexenforschung/lexikon/alphabetisch/p-z/ (Stand 21. September 2018)
(2) Decker, Rainer: »Die Hexenverfolgungen im Hochstift Paderborn«, in: »Westfälische Zeitschrift« 128 (1978) S. 315-356.
(3) https://www.welt.de/geschichte/zweiter-weltkrieg/article140674954/So-zerstoerten-Bomben-deutsche-Staedte-eine-Bilanz.html (Stand 21. September 2018)
(4) https://www.paderborn.de/tourismus-kultur/sehenswuerdigkeiten/Abdinghofkirche_Sehensw.php (Stand 21. September 2018)

Zu den Fotos
Foto 1: Die Abdinghofkirche von Paderborn. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Bischof Meinwerk. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Die Busdorfkirche. Foto Walter-Jörg Langbein Foto 4: Hier wurde von Archäologen gegraben. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Hier (Pfeile) haben Archäologen gegraben, bevor die Heizung eingbeuat wurde. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 5: Blick in die Abdinghofkirche. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Blick in die Krypta der Abdinghofkirche. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Der Altar in der Krypta der Abdinghofkirche. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 8a und 8b: Zwei der acht Drachen. Fotos Walter-Jörg Langbein

462 »Mysteriöse Pflanzen und gefährliche Drachen«,
Teil 462 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 25.11.2018



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Sonntag, 21. September 2014

244 »Die Krypta, die selbst Bomben trotzte«

»Die Krypta, die selbst Bomben trotzte«,
Teil 244 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Die Abdinghofkirche »St. Peter und Paul«.
Foto W-J.Langbein

»Es war wie eine Monstermauer aus Feuer, die sich über Dom, Kirchen und Häuser senkte!«, erinnerte sich der alte Herr an die schweren Bombenangriffe auf Paderborn vom 17. Januar, 22. März und 27. März 1945. »85 Prozent der Innenstadt waren zerstört! Dom und Kirchen waren stark beschädigt! Unzählige Menschen kamen ums Leben, auch einige Ministranten im Dom!«

Arthur Harris, 1942 zum Chef des »Bomber Command« ernannt, wollte offenbar sein Konzept »moral bombing« bis zum Ende des Kriegs verwirklicht sehen. Vorrangig galten Großstädte als Ziel der englischen Bomberverbände, die die Moral der Zivilbevölkerung brechen sollten. Allerdings war Paderborn auch in den letzten Wochen des Krieges keine Großstadt, sondern eher ein ländliches Städtchen mit gut erhaltenen mittelalterlichen Häuschen, bedeutsamen Kirchen und dem Dom.

Vom kleinbürgerlichen Paderborn blieb so gut wie nichts übrig. Die wenigen bescheidenen Häuschen, die die Massenbombardierung wie durch ein Wunder unbeschadet überstanden hatten, wurden in den Jahren nach dem Krieg abgerissen. Sie mussten hässlichen Neubauten weichen. Und betrachtet man Fotos von Dom und Kirchen, so ist man entsetzt über die massiven Schäden und staunt, wie gut die altehrwürdigen Gotteshäuser wieder restauriert werden konnten.

Die Abdinghofkirche. Foto Langbein
So makaber es klingen mag, in jenen Tagen der Bombenangriffe, als der Krieg längst entschieden war, gab es nur einen sicheren Ort in der Kreisstadt Paderborn, im Osten von Nordrheinwestfalen gelegen: die Krypta der »Abdinghofkirche St. Peter und Paul«. Das doppeltürmige Gotteshaus sollte Teil eines Konzepts werden, das aber nie ganz verwirklicht werden konnte. Bischof Meinwerk von Paderborn (1009 bis 1036 n.Chr.) schwebte ein riesiges Kreuz vor. Den Dom ließ er als Mittelpunkt errichten. Vier Kirchen sollten die Endpunkte des Kreuzes markieren. Es konnten aber nur »St. Peter und Paul« im Westen und »St. Peter und Andreas« im Osten vollendet werden. Nach dem frühen Tod des Bischofs wurde das Konzept aufgegeben und nicht weitergeführt. So entstand nicht das riesige Kreuz von Paderborn, dessen markante Punkte möglicherweise auf uraltem sakral-heidnischen  Boden errichtet werden sollten.

Quellen galten schon Jahrtausende vor dem Christentum als heilig. Quellenkulte waren, so konstatiert das »Lexikon Alte Kulturen« (1) »eine der ältesten Erscheinungen der Religionsgeschichte«. Die ältesten Quellheiligtümer waren Wohnsitze von Göttern und Geistern. Paderborns Quellen – es sollen einst hunderte gewesen sein – dürften zu keltischen Zeiten von Verehrern des Quellgeists Nemausus frequentiert worden sein. Ist es ein Zufall, dass die Abdinghofkirche hoch über uralten Quellen errichtet wurde? Gott Poseidon, so überliefern es uralte Mythen und Sagen, stieß seinen Dreizack in die Erde… und schon sprudelte eine Quelle. Wen wundert es da, dass unweit von der »Abdinghofkirche St. Peter und Paul« ein »Poseidonbrunnen« sprudelt.

Der Neptunbrunnen von Paderborn. Foto W-J.Langbein

»Welche heidnischen Gottheiten sind denn wohl hier in vorchristlichen Zeiten verehrt worden?«, wollte ich von einem Mönch am »Poseidonbrunnen« wissen. Ich fürchte, dass ich mit meiner Frage den frommen Mann verärgert habe. Hatte er doch eben noch seine bloßen Füße in das kühle Nass gehalten, so bereitete er nach meiner unschuldig gestellten Frage rasch seinen Rückzug vor. Er zog die Füße rasch aus dem Brunnen. Die hochgeschobene Kutte wurde hastig wieder gesenkt, Strümpfe wurden angezogen und zu guter Letzt wurden Sandalen angelegt. Gleichzeitig hatte der Mönch scheinbar jegliche Lebensfreude und Heiterkeit wieder abgelegt. Mir schien, als habe er sich geschämt, weil er sich von mir beim lustigen Fußbad im Brunnen ertappt fühlte.

»Paderborn ist seit über einem Jahrtausend eine christliche Stadt! Wühlen Sie nicht im Heidentum! Besinnen Sie sich der christlichen Ursprünge von Paderborn! Wissen Sie denn, welch‘ wichtige Rolle der ›Heilige Liborius‹ für Paderborn gespielt hat?«, sprach er nun mahnend und ernst. Ich nicke. »Er hat das Liborius-Fest begründet! Wir feiern es ja noch heute vom 24. Juli bis zum 8. August!«, gab ich zur Antwort.


St. Liborius.
Foto Langbein
Eine Million »Pilger« zieht es alljährlich nach Paderborn zum Liborius-Fest. Freilich, so vermute ich, locken eher die Bier- und Imbissbuden, ein gewaltiges Riesenrad und allerlei sonstiger Jahrmarktsrummel in die altehrwürdige Stadt, weniger die angeblichen Gebeine des »Heiligen Liborius«.  140 Schausteller und 150 Marktstände auf dem »Pottmarkt« buhlen seit vielen Jahren um die Gunst der zahlungswilligen Kundschaft. Karussells dudeln kreisend, die »Schlemmermeile Plaza Europa« sorgt dafür, dass heutige Besucher auf stilvolle Weise gesättigt werden. Die Gebeine werden zum Fest vom Dom aus über den Jahrmarktsplatz durch die Straßen getragen, natürlich standesgemäß in einem wertvollen, goldenen Schrein! Ob sich der Heilige allerdings in diesem Ambiente wohlfühlen würde? Ich wage das zu bezweifeln! »Ich habe mich mit dem ›Heiligen Liborius‹ beschäftigt!«, erklärte ich »meinem Mönch« vom »Poseidon-Brunnen«.  Der Mann in der Kutte setzte sich wieder auf den Brunnenrand. »Eine Delegation von Geistlichen ist damals nach Le Mans gereist und hat vom dortigen Bischof Reliquien erhalten, auch solche vom ›Heiligen Liborius‹. Über Chartres und Paris gelangten sie an den Rhein, dann nach Sachsen und kamen am 28. Mai 836 nach Paderborn! Sie fanden einen Platz im Dom!«

 So ist es in theologischen Geschichtsbüchern überliefert. So wird es wohl auch gewesen sein! Fakt ist: Gegen Ende des 8. Nachchristlichen Jahrhunderts hatte Karl der Große offiziell mit seinen Truppen über das Heidentum obsiegt. Damals herrschte rege Nachfrage nach Reliquien, denen offenbar auch in heidnischen Kreisen Zauberkräfte nachgesagt wurden. Als besonders wirksam sollen die Gebeine des ›Heiligen Liborius‹ gegolten haben!

Die Buden fürs Liboriusfest werden aufgebaut.
Foto Langbein

»Mein« Mönch nickte zufrieden. »Und wie haben die die Geistlichen den Weg gefunden?«, wollte er von mir wissen. Natürlich war mir auch die fromme Legende vom Pfau bekannt, der angeblich den Geistlichen vorausgegangen sein soll, bis nach Paderborn! Da müssen die Kirchenmänner aber recht bedächtigen Schritts die Reise nach Hause zurückgelegt haben. »Beschäftigen Sie sich lieber mit der frommen Überlieferung  vom Pfau als mit heidnischem Unglauben!«, gab mi der nun wieder milde gestimmte Mönch auf den Weg. »Heidenbräuche führen in die Irre, lenken vom rechten Pfad ab! Sie führen, wenn in die Hölle!« Das versprach ich dem Mönch. Ich recherchierte in Sachen Pfau und kam dabei, wieder einmal, auf »heidnische Pfade«!

Auf der griechischen Insel Samos hielten die Priester der Göttin Hera Pfauen. Pfauen waren der Hera geweiht. Wer aber war Hera? Hera wurde in vorhellenischen Zeiten als Rhea verehrt und angebetet, als die »Große Mutter«. Ihre ältere Vorgängerin war Erua, die Königin, die in Babylon Wächterin über die Geburten war. In Irland stieß ich auch auf Hera, freilich wiederum unter anderem, wenngleich auch ähnlichem Namen: »Lady Eire«. Gelangte »Lady Eire« mit Missionaren aus Irland nach Deutschland, vielleicht auch in die Region von Paderborn? Brachten diese frühen Missionare den Pfau als göttliches Symboltier mit? Wie dem auch sei:


Das berühmte »Drei-Hasen-Fenster« des Doms.
Foto W-J.Langbein

Wenn Sie nach Paderborn kommen, sollten Sie unbedingt den Dom besuchen und das berühmte Drei-Hasen-Fenster« in Augenschein nehmen. Zwei Gehminuten davon entfernt steht ein wunderschöner Springbrunnen…. mit einem kunstvoll gestalteten Pfau! Doch kehren wir noch einmal zu Hera mit den Pfauen zurück! Barbara G. Walker macht uns in ihrem Lexikon »Das Geheime Wissen der Frauen« auf die alte weibliche Trinität aufmerksam (2):

»Hera war ursprünglich eine weibliche Trinität, die aus Hebe, Hera und Hekate – Neumond, Vollmond und Halbmond – bestand. Andererseits verkörperte sie die Jungfrau des Frühlings, die Mutter des Sommers und die zerstörerische Alte.«

Wichtig für den »Hera-Kult« waren heilige Quellen. Hera durchlief, so Barbara G. Walker durch das Bad in ihrer heiligen Quelle unendliche Zyklen. Im Frühling war sie Jungfrau, im Sommer gebar sie und im Herbst/ Winter agierte sie als zerstörerische Alte. Durch das Bad in der heiligen Quelle wurde sie wieder zur Jungfrau,  ein neuer Zyklus konnte beginnen.

Der Pfau als Symboltier wurde von den Römern übernommen. Im 2. Jahrhundert v. Chr.  wurde auch der Pfau als heiliger Vogel der Göttin Juno, Göttin der Geburt, Königin der Göttinnen, zugeordnet (3). Und schließlich tauchte der Pfau in der frühchristlichen Kunst wieder auf, als Symbol des Paradieses und der Auferstehung.

Im heutigen Volksglauben wird Maria, die Mutter Jesu, immer mehr zur Himmelskönigin. Maria spielt im Neuen Testament eine eher untergeordnete Rolle. Sie hat Jesus zu gebären, weitere Informationen finden sich kaum noch über sie. Im heutigen Katholizismus aber steigt ihre Bedeutung immer mehr. Nach Jesus wurde – so besagt es der katholische Glaube heute – in den Himmel aufgenommen. Es war Papst Pius XII., der am 1. November 1950 das Dogma von der leibhaftigen Aufnahme Marias in den Himmel festlegte: 

Im Dom zu Paderborn.Foto Langbein
 »Wir verkünden, erklären und definieren es als ein von Gott geoffenbartes Dogma, dass die Unbefleckte, allzeit jungfräuliche Gottesmutter Maria nach Ablauf ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.« Das war der erste Schritt zur Vergöttlichung Marias. Mit ihrer Aufnahme in den Himmel wurde sie zu einer Himmelskönigin. In der »heidnischen« Welt war die Erhebung einer irdischen Frau zu einer himmlischen Göttin bekannt. Man bezeichnete diesen Wandlungsprozess, um das profane Wort »Beförderung« zu vermeiden, als Apotheose. Und bei den Römern gab es ein Symbol für diese Apotheose. Es war – wir ahnen es bereits – der Pfau!

Die Aufnahme Marias, die auch im Dom zu Paderborn verherrlicht und angebetet wird, in den Himmel war nach »heidnischem« Verständnis ihre Vergöttlichung, was die christliche Theologie – evangelisch wie theologisch – natürlich empört bestreitet.

Nach christlicher Interpretation, die sich natürlich vom Heidentum grundlegend unterscheiden muss, hat Maria lediglich ein Stadium erreicht, das jeden frommen Christen dereinst nach dem Tag des »Jüngsten Gerichts« erwartet. Im Volksglauben allerdings ist Maria schon sehr viel mehr als ein gen Himmel gefahrener Mensch, wie das wichtige Werk von Marie-Louise Gubler über Maria, erschienen im »Katholischen Bibelwerk«, beweist! Der Titel fasst letztlich zusammen, was im Heidentum als Apotheose – Aufstieg von irdischer Frau zur Göttin – bezeichnet wurde: »Maria  – Mutter – Prophetin – Himmelskönigin«. Himmelsköniginnen waren, und das Jahrtausende vor Christi Geburt, ganz besonders wichtige Göttinnen!

Man mag Christ sein oder nicht, man mag einer Religionsgemeinschaft angehören oder nicht: Gotteshäuser wie der Dom zu Paderborn oder die »Abdinghofkirche St. Peter und Paul« sind Inseln der Ruhe und Besinnung in unserer immer lauter, immer hektischer werdenden Welt. Und wenn man gar die Krypta unter dem Dom oder unter der »Abdinghofkirche St. Peter und Paul« besucht, fühlt man sich auf geheimnisvolle Weise sicher und geborgen.

Der Pfau in der Krypta des Doms. Foto W-J.Langbein

Die Krypta unter dem Dom zu Paderborn sei, so sagte mir ein Geistlicher im Dom in schöner »Bescheidenheit«, jüngeren Datums und in ihrer jetzigen Form »erst seit 1100 existent«, also seit nur rund 900 Jahren. Die schlichte Krypta gilt als »Grablege des Liborius«. Und hier begegnet uns wieder…. Der Pfau, Symboltier der Hera. Auf einen Besuch in den beiden Krypten sollten Sie als Besucher in Paderborn auf keinen Fall verzichten!

Leider überschattet der gewaltige Dom – im übertragenen Sinn – eine Reihe von nicht minder interessanten Kirchen von Paderborn, zum Beispiel die »Abdinghofkirche St. Peter und Paul«, nur wenige Meter vom allgegenwärtigen Dom entfernt!

Auch sie geht auf Bischof Meinwerk von Paderborn (1009-1036 n.Chr.) zurück! 1023 wurde die Krypta geweiht, nachdem die tonnenschwere Decke des Chorraums eingestürzt war. Heute, fast ein Jahrtausend später, kann man die Krypta nach wie vor besuchen.

Das massive Mauerwerk trotzte sogar den Bomben der Engländer. Und sie wird vermutlich auch in Jahrtausenden noch bestehen, selbst wenn es die Kirche darüber längst nicht mehr geben sollte!


Fußnoten

1) Brunner, Hellmut et.al. (Hrsg): »Lexikon Alte Kulturen«, Band 3, Mannheim 1993, S. 228, linke Spalte unten und rechte Spalte oben
2) Walker, Barbara: »Das geheime Wissen der Frauen«, Frankfurt 1993, S. 367 und 368
3) Walker, Barbara: »Das geheime Wissen der Frauen«, Frankfurt 1993, S. 145
4) Gubler Mari-Louise:  »Maria  – Mutter – Prophetin – Himmelskönigin«,  Katholisches Bibelwerk e.V., Stuttgart 2008


Die Krypta, die selbst Fliegerbomben standhielt.
Foto Archiv Langbein



»Maria und die Schlange«
Teil 245 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 28.09.2014


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