Posts mit dem Label Wotan werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Wotan werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 2. Dezember 2018

463 »Böse Drachen, gute Drachen«

Teil 463 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: 2 Drachen in der Krypta der Abdinghofkirche

Der »Bund Sankt Michael« informiert auf seiner Internetseite » Das christliche Kulturerbe des schützenden und bewahrenden Dienstes« (1) über »Symbole und Zeichen des schützenden Dienstes im Christentum« (2). Da lesen wir, kurz und bündig: »Drachen und Schlangen sind Symbole für das Böse, das alles Wertvolle sowie den Menschen und seine Seele bedroht, sowie für allgemeine Lebensbedrohung.« Wenn der Drachen so negativ gesehen wird, warum wurden dann in der Krypta der Abdinghofkirche gleich acht Drachen an einem Säulenkapitell verewigt?

Der Drachen ist in der christlichen Theologie ein Symbol für das Böse, das zu bekämpfen gilt. Drachentöter werden in der sakralen Kunst sehr häufig gezeigt: als Heroen, die böse Untiere besiegen. Belege für die böse Natur der Drachen finden sich im Alten Testament! Was selbst eifrigen Bibellesern meist verborgen bleibt: Im Alten Testament finden sich versteckte Hinweise auf Drachen aus uralten, vorbiblischen Zeiten. Ein Drachen wird gar namentlich genannt. Und der muss als böse angesehen worden sein, denn sonst hätte ihn Gott ja nicht vernichtet. Laut Bibel war dieser Drachen älter als die Schöpfung! Und er war nach Ansicht der Bibelautoren, böse!

Foto 2: Zwei der acht Drachen...

Im Buch Hiob (3) wird dieser Sachverhalt kurz angesprochen: »Durch seine Kraft hat er (Gott) das Meer erregt, und durch seine Einsicht hat er Rahab zerschmettert.« In der babylonischen Mythologie ist Rahab ein Meeresdrachen namens Tiamat. Tiamat aber war eine der ältesten Gottheiten überhaupt, nämlich die große Meeresgöttin. Als »Tehom« tritt die Meeresgöttin auch im »Alten Testament« auf, allerdings nur im hebräischen Original, nicht in den Übersetzungen der christlichen Interpreten. Die Übersetzer wussten mit der uralten Göttin nichts anzufangen. Sie ließen sie hinter Umschreibungen verschwinden.

»Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. Und die Erde war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe. Und der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser.« So, oder so ähnlich, werden für gewöhnlich die ersten Sätze des »Alten Testaments« übersetzt. Korrekter ist die berühmte »Elberfelder Bibel«: »Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde. Und die Erde war wüst und leer und Finsternis war über der Tiefe.« Auch die Schlachter-Übersetzung bietet Finsternis, die über der Tiefe lag... wie auch schon die legendäre lateinische Übersetzung fast zwei Jahrtausende früher von »abyssus«, also von »Abgrund« spricht. Im hebräischen Original finden wir »Tehom«. 

Das alttestamentarische »tehom« weist auf die babylonische Meeresgöttin Tiamat, Mutter aller Götter und Göttinnen, hin! Tiamat ist noch ein weiteres Mal im Schöpfungsbericht der Bibel verborgen. Wo es in Übersetzungen heißt »Und die Erde war wüst und leer!«, da steht im Hebräischen »Tohuwabohu«, »Tohu und Bohu«. Auch »Tohu« geht auf den Meeresdrachen Tehom zurück. Mit »Bohu« könnte das männliche Pendant Behom, der männliche Erdgott, gemeint sein.

Foto 3: Haben diese Drachen eine Aufgabe?

Uralt ist die Legende vom »Drachenkönig und seinen Söhnen« in China. Wann sie zum ersten Mal erzählt wurde, das vermag niemand zu sagen. Es gab sie schon sehr, sehr lange in China, ja eigentlich schon »immer«. Waren die neun Söhne des Drachenkönigs zunächst anonym, so bekamen sie in der Ming Dynastie ihre Namen. Damals, so überliefert es die Legende, wollte der Kaiser von seinem General wissen, wie denn die Namen dieser mysteriösen Wesen lauteten. Der General wusste es nicht, erfuhr aber, dass die Namen dem Volk durchaus vertraut seien. Also machte er sich auf die Suche und fragte das Volk aus.

Wann der Drachenkönig wohl zum ersten Mal auftauchte? Das war schon viel früher, nämlich vor 6000 Jahren. Im Jahr 1970 fand man in einem Grab in der Nähe der Stadt Chifeng in der Inneren Mongolei in einem Grab eine Darstellung des Drachenkönigs, den die Entdecker Zhu Long nannten. Der Name rührt daher, dass einige Archäologen in dem mysteriösen Wesen einen Drachen (Long), andere ein Schwein (Zhu) sahen. Weil die Archäologen sich nicht auf einen Namen einigen konnten, verknüpften sie beide Bezeichnungen zu einem, zu Zhu Long. Autorenkollege und Chinaexperte Alexander Knörr schrieb mir per Mail (4): »Später dann fand man in weiten Teilen Chinas ähnliche Grabbeigaben, die alle, wie auch der erste Fund, aus der Zeit der Hong Shan Kultur und deren Ablegern stammten (9.000 bis 6.000 Jahre alt).«

Fotos 4 und 5: Sollen sie erschrecken oder behüten?

Wikipedia schreibt (5): »Das in der Mythologie Chinas häufig vorkommende Wesen (Drachen!) ist, im Gegensatz zu den europäischen Drachen, eher mit einer Gottheit als mit einem (böswilligen) Dämon zu vergleichen.« 

Ein heute noch sehr beliebter Drachenkönigssohn hatte eine spezielle Aufgabe zu erledigen. Er war – und ist –  dafür zuständig, dass die Geldströme nicht versiegen und das Einkommen ständig wächst. In China sieht man ihn als Statuette in Restaurants und anderen Geschäften. Um sich den Drachenkönigssohn gewogen zu machen, legt man Münzen um diese Statuetten. Das soll das Einkommen des Spenders steigern. Chinaexperte und Buchautor Alexander Knörr (6): »Die Schildkröte steht im Chinesischen immer für langes Leben. Sie soll in diesem Fall dem Besitzer der Figur ein langes Leben schenken, und der Sohn des Drachenkönigs ein gutes Einkommen bescheren.«

Wer genau hinsieht, wird bei »meinem« »Schildkrötendrachen« Münzen und »Schiffchen« mit einer Kugel darin erkennen. Alexander Knörr erklärte mir (7): »Bei den Schiffchen handelt es sich um eine frühe Form des chinesischen Münzgeldes. Das sogenannte Barrengeld. Während man alle normalen Einkäufe mit den runden, eckigen oder schwertförmigen Cash-Münzen bezahlte (deswegen auch der Name Cash für Geld), nahm man für größere Anschaffungen kleine Silberbarren in dieser speziellen Form.«

Foto 6: Chinesischer Schildkrötendrachen mit Münzen.

In der Welt der christlichen Symbolik haben Drachen wie die Schlange im Paradies eine negative Bedeutung, in der chinesischen Mythologie häufig eine positive. Wie sind die acht Drachen in der Krypta der Abdinghofkirche zu verstehen? »Paderborn.de« erklärt (9)»Das östliche Kapitell verfügt über den reichsten Schmuck. Das Tierkapitell zeigt acht Drachen mit geringeltem Hinterleib, Flügeln und einem kleinen Spitzbart am Kopf. Diese mythischen Drachen waren seit der Antike bis ins hohe Mittelalter Sinnbild für Naturkräfte, die hier vermutlich die Wasserquellen der Pader schützen sollten. Diese Schlangendrachen sind hier eine kunstgeschichtliche Kostbarkeit.«

Im Blog »Museum in der Kaiserpfalz« (10) lesen wir etwas anderes (11): »Um die Paderquellen ranken sich Sagen und Legenden, u. a. die der Wasserdrachen. Die Krypta in der Abdinghofkirche besitzt ein Tierkapitell mit acht Drachen, welche als Metapher für die heilende Kraft der Natur die Paderquellen beschützt haben sollen und den Quellkeller bewohnen.«

Foto 7: Der Schatz des Schildkrötendrachen.

Die Säule mit den acht Drachen befindet sich ganz in der Nähe des Altars. Sie ist, das ergab meine Messung, nur 1,80 Meter hoch. An allen vier Seiten der Bündelsäule befinden sich schmale Reliefstreifen (Breite jeweils etwa 50 cm, Höhe jeweils etwa 10 cm). Ganz eindeutig sind die acht Fabelwesen als Drachen zu erkennen. Geringfügige Beschädigungen stören den Gesamteindruck nicht. So sind einige kleine Risse auszumachen. Zu erkennen sind auch, wenn man genau hinschaut, kleine Ausbesserungen. So fehlen winzige Teile der Reliefs. Auch sind an manchen Stellen die Umrisse der Drachen nur noch zu erahnen, was meiner Meinung nach für ein sehr hohes Alter der Darstellungen spricht. Unverkennbar sind die spitzen Bärte der Drachen. Sollte es sich um männliche Drachen handeln? Betrachtet man die detailreichen in den Stein geritzten Zeichnungen sehr sorgsam, so erkennt man Hinweise auf »Schuppen«, passend zu reptilienhaften Drachen.

Sollten die Quellen von Paderborn in heidnischen Zeiten als heilsam gegolten haben? Gab es einst in Paderborn ein heidnisches Quellheiligtum? Der Sage nach (12) wurden die Quellen einst von keinem Geringeren als vom höchsten Gott der heidnischen Sachsen, von Wotan alias Odin, geschaffen. Übrigens: Es gibt eine seltsame Parallele zwischen Jesus und Wotan! Nach christlichem Glauben ließ sich Jesus kreuzigen und vollzog damit ein Selbstopfer. Nach christlichem Verständnis brachte sich Gott als letztes Opfer selbst dar. So wie Jesus am Kreuz hing, so hängte sich Odin alias Wotan an den. Weltenbaum Yggdrasil.

Im »Geschichtsforum« (13) lesen wir im Kapitel »Paderborner Ortsnamen« (14): »Es gibt einige sagenhafte Hinweise auf den Fund heidnischer Opfergaben und die Quelle unter dem Gebäude der Kaiserpfalz gilt als heilig. Aber die Analyse von Sagen und Märchen hat bekanntlich ergeben, dass so ziemlich jedes Gewässer in der/den westgermanischen Religion/en als Zugang zum Jenseits galt.«»Böse« Drachen im Christentum, »gute Drachen« bei den »Alten Chinesen«.

Und welche Bedeutung haben die acht Drachen in der Krypta der Abdinghofkirche zu Paderborn?

Foto 8: Quellwasser unter der Kaiserpfalz.

Fußnoten
(1) https://bundsanktmichael.org/kultur/ (Stand 1.10.2018)
(2) https://bundsanktmichael.org/kultur/symbole-und-zeichen/ (Stand: 1.10.2018)
(3)  Buch Hiob Kapitel 26, Vers 12
(4) Email Alexander Knörr an Walter-Jörg Langbein, Datum: 18.5.2016, 6 Uhr 45. Ein herzliches Dankeschön geht an Alex für seine großzügige Hilfsbereitschaft!
(5) https://de.wikipedia.org/wiki/Long_(Mythologie) (Stand: 1.10.2018)
(6) Email Alexander Knörr an Walter-Jörg Langbein, Datum: 29.1.2016
20 Uhr 29. Ein herzliches Dankeschön geht an Alex für seine großzügige Hilfsbereitschaft!
(7) Email Alexander Knörr an Walter-Jörg Langbein, Datum: 12.5.2016, 15 Uhr 10. Ein herzliches Dankeschön geht an Alex für seine großzügige Hilfsbereitschaft!
(8) https://www.paderborn.de/index.php (Stand 1.10.2018)
(9) https://www.paderborn.de/tourismus-kultur/sehenswuerdigkeiten/Abdinghofkirche_Sehensw.php (Stand 1.10.2018) : »Abdinghofkirche St. Peter und Paul«, Stichwort »Krypta«
(10) https://www.kaiserpfalz-paderborn.de/blog
(11) https://www.kaiserpfalz-paderborn.de/blog/ganz-schoen-cool-der-unterirdische-quellkeller (Stand 1.10.2018)
(12) https://www.paderborn.de/veranstaltungen/events/sagen-legenden-erzaehlungen.php (Stand 1.10.2018)
(13) http://www.geschichtsforum.de/  (Stand 1.10.2018)
(14) http://www.geschichtsforum.de/thema/paderborner-ortsnamen.52493/ (Stand 1.10.2018)

Foto 9: Quellwasser unter altem Gemäuer (Kaiserpfalz)

Zu den Fotos:
Foto 1: 2 Drachen in der Krypta der Abdinghofkirche. Foto/ Nachzeichnung Walter-Jörg Langbein
Foto 2: 2 der 8 Drachen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Haben diese Drachen eine Aufgabe? Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 4 und 5: Sollen sie erschrecken oder behüten? Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Chinesischer Schildkrötendrachen mit Münzen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Der Schatz des Schildkrötendrachen. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Quellwasser unter der Kaiserpfalz. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Quellwasser unter altem Gemäuer (Kaiserpfalz). Foto Walter-Jörg Langbein

464 »Drachen, Jungfrauen und ein himmlischer Fluss«,
Teil 464 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«
von Walter-Jörg Langbein,
erscheint am 09.12.2018



Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Sonntag, 27. Mai 2018

436 „Zwei Krypten und das Monster am Fluss“

Teil  436 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“                         
von Walter-Jörg Langbein



Foto 1: Der Dom zu Bremen. Ansichtskarte von  1899

Der St.-Petri-Dom zu Bremen hat eine lange, sehr lange Geschichte. Das höchst imposante sakrale Bauwerk von heute ist nicht mehr das „Original“. „Wikipedia“ berichtet unter dem Stichwort „Bremer Dom“: „Der St.-Petri-Dom in Bremen ist ein aus Sandstein und Backstein gestalteter romanischer Kirchenbau, der vom 11. Jahrhundert an über den Fundamenten älterer Vorgängerbauten errichtet und seit dem 13. Jahrhundert im Stil der Gotik umgebaut wurde. Im 14. Jahrhundert gab es Erweiterungen um seitliche Kapellen. 1502 begann die Umgestaltung in eine spätgotische Hallenkirche, die aber über ein neues Nordseitenschiff nicht hinauskam, als die Reformation weitere Ausbauten stoppte.

Im späten 19. Jahrhundert erfolgte eine umfangreiche Renovierung des innen durchaus gepflegten, äußerlich aber schäbig wirkenden Baus, von dem einer der beiden Türme eingestürzt war. Die Gestaltung orientierte sich überwiegend am Vorhandenen und an alten Darstellungen, jedoch verstieg man sich zu einigen Zutaten wie dem neoromanischen Vierungsturm. Das Gotteshaus gehört heute zur evangelisch-lutherischen Domgemeinde St. Petri. Es steht seit 1973 unter Denkmalschutz.“

Foto 2: Blick in die Westkrypta.

Bereits im Jahre 1638 stürzte der Südturm ein, wurde mehr schlecht als recht „restauriert“. Lange Zeit sollte das Provisorium nicht bestehen. Dombaumeister Ernst Erhardt stellt in seinem „Handbuch und Führer“ (1) fest: „Wenige Jahrzehnte später wurden die Spitze des Südturms und ein Teil des Kirchendaches durch Brand zerstört. Seit jener Zeit war die ehemals stolze und stattliche Kathedrale der bremischen Erzbischöfe dem Verfall anheim gegeben, der immer weiter fortschritt und bis in die neuere Zeit dauerte.

Ein Teil der Westseite lag in Trümmern, große Flächen der ehemals fest gefügten Mauern hatte das Wetter arg zerfressen, die Portale waren zerstört, Bildwerke abgemeißelt. So bot im Westen die Kirche in ihrer Verstümmelung und Verwitterung einen unerfreulichen Anblick. Aber auch an den übrigen Seiten schritt der Verfall … fort. .. Im Inneren waren die Gewölbe durch das Ausweichen der Mauern sehr schadhaft geworden, und deckten mehrere Anstriche die alten Malereien. Die vielen Schäden, die das Gebäude in den letzten Jahrhunderten durch Feuer und Menschenhand erlitten hatte, wurden entweder gar nicht oder nur notdürftig beseitigt. Endlich, im Jahre 1888, begann eine großartige Wiederherstellung des Domes in all seinen Teilen.“

Foto 3: Blick in die Ostkrypta.

Wer noch echten „Ur-Dom“ erleben will, der muss in die Unterwelt hinab steigen, und zwar in die Westkrypta. Sie ist der älteste erhaltene Raum Bremens. Geweiht wurde die Westkrypta im Jahre 1066 von Erzbischof Adalbert. Auf der offiziellen Homepage des Doms lesen wir (2): „Ihr beträchtliches Alter ist der Westkrypta auch äußerlich anzumerken: unregelmäßig geschichtetes Mauerwerk, Säulenkapitelle mit eigenartigem steinernem Flechtwerk und Tierdarstellungen unterstreichen den altertümlichen Raumeindruck.“

Das gilt natürlich auch für die Ostkrypta. Erstaunlich offen heißt es auf der Homepage des Bremer Doms (3):

Foto 4: Säulen mit geheimnisvollen Darstellungen um den Altar

„Dieser einheitlich frühsalische Raum ist in seiner ursprünglichen Gestalt unverändert geblieben. Schon Erzbischof Bezelin wird ihn 1042 angelegt und Erzbischof Adalbert die Bauarbeiten fortgesetzt haben. Unter Erzbischof Liemar († 1101) erhielt die Ostkrypta ihre endgültige Gestalt.“ Und weiter: „Besondere Beachtung verdienen die Kapitelle der Säulen im Altarbereich. Heidnisch/germanische Symbole wie der Fenris-Wolf, die Midgardschlange sind hier vermutlich dargestellt. Blüten- und Blumenmotive ergänzen das Bildprogramm. An anderer Stelle sind Pentagramm und Maske zu finden.“

Der Bremer Dom wurde (4) „vom 11. Jahrhundert an über den Fundamenten älterer Vorgängerbauten errichtet“. Es ist also durchaus möglich, dass die Ostkrypta wie die Fundamente von älteren Vorgängerbauten übernommen wurde.

Wen wir uns der Ostkrypta und besonders den mysteriösen Darstellungen an den Säulenkapitellen zu. Sie sind so etwas wie ein Buch in Stein, das eine faszinierende Geschichte erzählt. Und diese Geschichte ist von besonderer Bedeutung für das christliche Deutschland. Es geht um eine spannende Zeit des Übergangs, nämlich vom Heidentum zum Christentum. Nirgendwo sonst wurde so deutlich geschildert, dass das Heidentum keineswegs von heute auf morgen spurlos verschwunden ist, um dem neuen Glauben, dem Christentum, Platz zu machen.


Fotos 5 und 6: Christrose in der Ostkrypta.

Diese Geschichte wird von diversen Darstellungen an Säulenkapitellen in der Ostkrypta erzählt. Man kann die etwa tausendjährigen Steinreliefs wie ein Buch lesen, benötigt dazu keinen Text. Anders als die Säulenkapitelle im Hamelner Münster sind die Steinreliefs in der Bremer Ostkrypta nicht in schwindelnder Höhe, sondern fast in Augenhöhe angebracht.

Im steinernen „Buch“ der Ostkrypta des Doms zu Bremen begegnen christliche und heidnische Symbole einander. Sollten Sie den Dom besuchen, dann empfehle ich ihnen der Ostkrypta möglichst viel Zeit zu widmen. Lassen Sie die Zeichen und Symbole auf sich wirken. Die kuriosen Mumien aus dem einstigen „Bleikeller“ sind gruselige Kuriosa, aber weit weniger wichtig, wie ich meine.


Foto 7: Christus-Rose und der Wotan-Rabe.

Wenn ich in die Ostkrypta des Doms zu Bremen hinabsteige, dann kommt es mir so vor, als würde ich mit jeder Treppenstufe die lärmende Hektik des 21. Jahrhunderts ein Stück weiter hinter mir zurücklassen. In der „Unterwelt“ der Ostkrypta stört mich die Bestuhlung ein wenig. Der niedrige Raum mit den wie aus Stein gewachsenen Säulen wäre in seiner Schlichtheit ohne diese Sitzmöbel aus unseren Tagen noch beeindruckender. Mir wird klar: Jeder von uns trägt zum Lärm, der die Konzentration auf Wichtigeres erschwert, selbst bei. Wir beklagen uns, dass wir „keine Zeit haben“, aber warum nehmen wir uns nicht einfach Zeit, etwa um in der Ostkrypta des Doms zu Bremen einfach nur die Stille auf uns wirken zu lassen? Könnte es sein, dass wir dann die Darstellungen, die vor rund einem Jahrtausend in den Stein gemeißelt wurden, intuitiv verstehen?

Foto 8: Christus-Rose und Wotan-Rabe nebeneinander

Immer wieder taucht an den Säulenkapitellen ein Symbol auf, das uns Wolfgang Oehrl so erklärt (5): „Christus (symbolisiert durch die Rose) verdrängt die Unendlichkeitsspirale und den Wotansraben.“ Die Rose als Symbol für Christus ist mir schon bei meinem ersten Besuch vor Ort aufgefallen. Freilich sehe ich keine Verdrängung. Vielmehr harmonieren die verschiedenen Symbole miteinander. Offenbar existierten vor rund einem Jahrtausend Christentum und Heidentum nebeneinander.

Neben die „Christus-Rose“ wurde ein Rabe gesetzt, Symboltier des Wotan (6). Wotan alias Odin war der mächtige Göttervater, auch Kriegs- und Totengott, der Gott der Dichtung und der Magie. Wer genauer hinsieht, der entdeckt, meist doppelt, Eschenblätter, also Blätter von Yggdrasil, vom „Weltenbaum“. Nach alter Mythologie fand Wotan, in Begleitung von zwei weiteren Göttern, am Strand zwei Baumstämme, nämlich einer Esche und einer Ulme oder Erle (7). Aus der Esche entstand der erste Mann, aus dem anderen Baumstamm die erste Frau. Eschenblätter und Rabe neben der Christus-Rose weisen meiner Meinung nach auf ein Neben- und Miteinander von „heidnischem!“ und „christlichem“ Glauben hin.


Foto 9: Kampf zwischen Schlange und Wolf.

Sehr interessant ist die Darstellung eines Kampfes zwischen einem Wolf und einer Schlange. Wolfgang Oehrl erklärt (8): „Ein Rabe weist auf Wotan, die vielen Eschenblätter auf den Weltenbaum Yggdrasil, der Fenris-Wolf (das Böse) kämpft gegen die Midgardschlange, die den Lebensraum unserer Vorfahren schützen soll.“

In der nordischen Mythologie waren der Fenris-Wolf und die Midgard-Schlange Todfeinde. Die Midgard-Schlange beschützte die Erde vor dem Urozean. So wie ich die Darstellungen in der Ostkrypta des Doms zu Bremen verstehe, kämpfte sie gegen den Fenris-Wolf und sicherte die Christus-Rose. Mit anderen Worten: Die nordische Mythologie muss vor rund einem Jahrtausend noch so mächtig gewesen sein, dass sie von den frühen Christen zumindest teilweise übernommen wurde. Die Menschen waren noch im alten Glauben verwurzelt. Es sollte ihnen leichter gemacht werden, zum neuen Glauben zu wechseln, einfach indem im neuen Glauben Motive aus dem alten Glauben auftauchten.

Foto 10: Abstrakte Dekoration oder mysteriöses Gesicht?

„Panta rhei“ heißt es im Altgriechischen. Heraklit (* um 520 v. Chr.; † um 460 v. Chr.) soll das Wort geprägt haben. Plato (*428/427 v.Chr., †348/347 v.Chr.) zitierte die Formel und Simplikios (etwa 480-490n.Chr., † nach 550 n.Chr.). Die Römer übersetzten das prägnante Wort mit „cuncta fluunt“. Zu Deutsch: „Alles fließt“.

„Alles fließt“… Uralter Glaube verschwindet nicht. Er wird nicht ersatzlos gestrichen, um neuer Religion Platz zu machen. Tief verwurzelte Überzeugungen tauchen in neuem Gewand wieder auf. Für die altnordischen Sagen war der Fenris-Wolf, den die Götter fürchteten, das Böse, den die Götter fürchteten. In der Krypta zu Bremen ist es der Fenris-Wolf, der das Christentum gefährdet. Die Midgard-Schlange schützt nun nicht die Welt vor dem Urozean, sondern den christlichen Messias und kämpft gegen den Fenris-Wolf. Der Fenris-Wolf, auch „Monster am Fluss“ genannt, überlebte jede Religionsreform. Im Aberglauben des Hexenwahns diente er den Hexen als Reittier.

Foto 11: Augen, Nase, ein Gesicht... oder verschlungene Linien

Wenn Theologen es ernst meinen, versuchen sie Bilder des Glaubens zu ihren Ursprüngen zurück zu verfolgen.


Fußnoten
1) Erhardt, E(rnst): „Der Dom in Bremen/ Handbuch und Führer“, Bremen 1921, Seite 4 (Die Schreibweise wurde nicht der heutigen angepasst, sondern belassen!)
2) http://stpetridom.de/index.php?id=26&L=0
3) http://stpetridom.de/index.php?id=27
4) 1) Erhardt, E(rnst): „Der Dom in Bremen/ Handbuch und Führer“, Bremen 1921, Seite 4
5) Oehrl, Wolfgang: „Glaubenswandel vor 1000 Jahren“, Artikel schienen in „NORDWEST ZEITUNG“ vom 16. Dezember 2017, S. 4
6) Andere Schreibweise: Wodan
7) Der zweite Baum wird als „Embla“ bezeichnet. Wahrscheinlich handelte es sich um eine Ulme oder Erle.
8) Oehrl, Wolfgang: „Glaubenswandel vor 1000 Jahren“, Artikel schienen in „NORDWEST ZEITUNG“ vom 16. Dezember 2017, S. 4

Foto 12: Beeindruckende, schlichte Kunst aus Stein.

Zu den Fotos

Alle Fotos entstanden am Freitag, den 2. März 2018, am Wochenende des 23. Seminars "Fantastische Phänomene". "Fantastische Phänomene" findet immer am ersten Wochenende im März in  Bremen-Vegesack statt.

Foto 1: Der Dom zu Bremen. Ansichtskarte von  1899.  Foto/ Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Blick in die Westkrypta. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Blick in die Ostkrypta. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Säulen mit geheimnisvollen Darstellungen um den Altar. Foto Walter-Jörg Langbein
Fotos 5 und 6: Christrose in der Ostkrypta. Fotos Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Christus-Rose und der Wotan-Rabe. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 8: Christus-Rose und Wotan-Rabe nebeneinander. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 9: Kampf zwischen Schlange und Wolf. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 10: Abstrakte Dekoration oder mysteriöses Gesicht? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 11: Augen, Nase, ein Gesicht... oder verschlungene Linien? Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 12: Beeindruckende, schlichte Kunst aus Stein. Foto Walter-Jörg Langbein

437 „Der steinerne Riese von Thelitz“,
Teil  437 der Serie
„Monstermauern, Mumien und Mysterien“                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint bereits am 03.06.2018


Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Sonntag, 20. August 2017

396 »Heimat, deine Kelten!«

Teil  396 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein


Foto 1: Geoglyphen in der Atacamawüste
Zwei Monate habe ich mit Freunden Südamerika bereist. Von Quito aus hatten wir mysteriöse Stätten besucht: in Ecuador, Peru, Bolivien und Chile. Wir kletterten auf  Pyramiden aus Stein, auf Pyramiden aus Erde (»Mounds«), wir standen vor riesigen Scharrzeichnungen und Geoglyphen an Erdhängen, flogen im Kleinflugzeug über Riesenbilder in trostloser Wüste. Wir standen vor Steinkolossen, die vor Ewigkeiten mit unbekannten Werkzeugen millimetergenau bearbeitet worden waren. Wir krochen durch dichten Urwald, auf der Suche nach vergessenen Pyramiden, wir erstiegen den Kegel eines erloschenen Vulkans. Und schließlich machte ich einen Abstecher zur Osterinsel. Tagelang erkundete ich mit einem französischen Ehepaar das Eiland. Wir tasteten uns durch muffige Höhlen, klettern auf heute verbotenen Wegen zu im Erdreich versinkenden Steinkolossen und suchten nach verwaschenen Gravuren in formlosen Klumpen  vor Ewigkeiten erkalteter Lavamassen.

Nach zwei aufregenden Monaten in fernen Welten traten wir die Heimreise ein. Unser Gepäck war aufgegeben, die letzten Briefe und Karten waren verschickt. Geduldig warteten wir, bis wir aufgefordert wurden, »unser« Flugzeug zu betreten. Ich weiß nicht mehr, was für eine Maschine es war, die uns von Quito nach Amsterdam bringen sollte. Es war ein Flugzeug der KLM. Als ich von einer freundlichen Stewardess begrüßt wurde, fühlte ich mich – 9548 Kilometer von zuhause entfernt – daheim, in der Heimat.

Was ist das, Heimat? Als Kind sagte mir der Begriff nichts. Als Jugendlicher wollte ich so schnell wie möglich die Heimat verlassen und die Welt bereisen. Aber als ich schließlich in der fernen Fremde nach uralten Geheimnissen suchte, spürte ich die Sehnsucht nach der Heimat. Meine Heimat ist das Frankenland. Michelau in Oberfranken, da bin ich geboren. Das ist und bleibt meine Heimat, auch wenn ich schon seit Jahrzehnten im preußischen Exil lebe.

Foto 2: Staffelberg, historische Ansichtskarte

Befremdet stelle ich fest, dass der Begriff »Heimat« in zunehmendem Maße verpönt wird. Der Duden führt »verpönt« auf der »Liste der rechtschreiblich schwierigen Wörter«. »Heimat« gilt in zunehmendem Maße als bestenfalls reaktionär. Aber braucht nicht jeder Mensch »Heimat«? Es ist eine Art Schizophrenie, die zu bedauernd und zu bemitleiden, die in der Ferne die Heimat verlassen müssen, und sich gleichzeitig geradezu zu schämen, die eigene Heimat als Heimat zu bezeichnen.

Was wissen wir über unsere Heimat? Kennen wir ihre Geheimnisse, ihre Mysterien? An der Pazifikküste Perus erzählten mir eines Abends peruanische Freunde vom mysteriösen Riesenfisch im »La Raya«-Berg. Ich revanchierte mich mit der Sage vom Riesenfisch im Staffelberg. Und ich erzählte, wie ich in meiner Jugend gemeinsam mit meinem Vater (1) den Staffelberg erkundet habe. Wir suchten und fanden immer wieder Reste einer komplexen Wallanlage, die vor rund 2200 Jahren von den Kelten angelegt worden ist. Auf dem Hochplateau hatten die Kelten einst eine wehrhafte Festung angelegt.

Foto 3: Staffelberg, historische Ansichtskarte  von 1926

Heimatforscher Konrad Radunz über den Staffelberg (2): »Seine überragendste Bedeutung erhält der Berg aber wohl durch die Tatsache, daß er über Jahrtausende hinweg von Menschen besiedelt war und in verschiedenen Epochen der Vorzeit auch befestigt war.« Weiter schreibt Radunz (3): »Während der Besucher des Berges heute von seiner landschaftlichen Schönheit angezogen wird, war es früher das Sicherheitsbedürfnis des Menschen, das ihn vor Zeiten veranlasste, die Hochfläche des Berges aufzusuchen.«


Foto 4: Frater Heinrich vor Klause und Kapelle. Historische Ansichtskarte

Die ältesten Funde, die man auf dem Plateau des Staffelbergs machte, sind rund 12000 Jahre alt! Besiedelt wurde der Tafelberg in der Jungsteinzeit, also von etwa 5500 bis 3800 Jahren. Zu einer regelrechten Festung bauten die Kelten den Staffelberg aus. Wie imposant die Verteidigungsanlage um das Plateau einst war lassen die Spuren einer einst 4,50 dicken Mauer erahnen. Freilich gehen die Ursprünge dieses Befestigungssystems in weit ältere Zeiten zurück, nämlich (4) »bis in die ausgehende Steinzeit, ca. 1800 v.Chr.«

In den 1960er Jahren erkundete ich – mit meinem Vater Walter Langbein sen., aber auch allein – den Staffelberg. So manches Mal kletterte ich querfeldein bis zum Plateau empor und stieß immer wieder auf Spuren der alten Wälle. Freilich war der Staffelberg nicht nur, und das über einen Zeitraum von Jahrtausenden, von militärischer Bedeutung. Konrad Radunz weist auf »die religiöse Bedeutung des Staffelberges« hin (5):

»Während die ehemals überragende Bedeutung des Staffelbergs im Bereich der Besiedlung, Verteidigung und wahrscheinlich auch der Administration in vollkommene Vergessenheit geraten ist, lebt die religiöse Überlieferung im Volke unvermindert nach. Abgesehen von zahlreichen Sagen, die sich heute noch um den Berg ›ranken‹ und auf eine starke mythische Bedeutung der ehemaligen Siedlung schließen lassen, besitzt der Berg heute noch eine starke religiöse Ausstrahlungskraft.«

Foto 5: Adelgundiskappe und Klause. Historische Ansichtskarte

Heutige Besucher des Staffelbergs blicken vom Plateau hinab ins Maintal, das Viktor von Scheffel anno 1859 besungen hat: »Zum heil´gen Veit von Staffelstein komm` ich emporgestiegen und seh´ die Lande um den Main zu meinen Füßen liegen. Vom Bamberg bis zum Grabfeldgau umrahmen Berg und Hügel die breite, stromdurchglänzte Au – ich wollt´, mir wüchsen Flügel. Vallerie …« Die schlichte Kapelle findet kaum Beachtung, die einstige Klause lädt zu einem kleinen Imbiss und zu gutem fränkischen Bier ein.

Die »Adelgundiskapelle« freilich kann uns an vorchristliche, ja keltische Zeiten erinnern. Sigrid Radunz gibt in ihrer Broschüre »Der Staffelberg« eine interessante Legende wieder (6) : »Wie die Kapelle auf den Staffelberg kam«. Sie schreibt: »Man weiß nicht genau, wann die erste Kapelle auf dem Staffelberg errichtet wurde, doch man erzählt sich, daß die Stelle auf der dieses Gotteshaus heute steht, durch ein Wunder bestimmt wurde. Ursprünglich wollte man nämlich die Kirche auf dem Alten Staffelberg bauen. Jede Nacht aber trugen Engel die Bausteine und alles Material, das auf dem Bauplatz lag, auf den Staffelberg. Selbst als die Wände schon ein Stück emporgemauert waren, fand man am nächsten Tag dieses Mauerwerk auf dem Plateau des Staffelberges. Schließlich entschloß man sich, der Kapelle den Platz zu geben, den der Himmel für sie ausersehen hatte.« Die Frage, die sich uns stellt: Warum hatte »der Himmel« nachhaltiges Interesse daran, dass die Adelgundiskapelle just dort errichtet wurde, wo sie heute steht?

Foto 6: Blick auf den Staffelberg.
Ein Rabe, so heißt es in einer anderen Legende (7) griff beim Bau der Adelgundiskapelle ein: »Als besondere Schwierigkeit beim Bau der Kapelle erwies sich, daß man Baumaterialien wie Sand und Wasser erst vom Tal auf den Berg transportieren mußte. Da fiel einem Maurer auf, daß häufig ein Rabe zur Baustelle kam, der aus seinem Schnabel Sand rieseln ließ. Der neugierige Arbeiter folgte unbemerkt dem Vogel und beobachtete, daß dieser in das Querkelesloch flog. Als der Mann nachforschte, fand er am Boden der Höhle Dolomitensand.«

Einst wurde auf dem Staffelberg die Statue der »Heiligen Adelgundis« verehrt. Auf ihrem Haupt saß ein Rabe. Nach christlicher Interpretation stellte der Vogel freilich den Heiligen Geist dar, auch wenn er weniger einer Taube als einem Raben ähnelt. Ein Kelte freilich würde die Statue auf seine Weise interpretieren. Für ihn wäre die Heilige Adelgundis mit dem Vogel eine keltische Göttin, etwa Badb, Morrigan, Macha oder Nemain.

Der Name der Göttin Badb lässt sich mit »Kampfesmut« übersetzen, Adelgundis bedeutet »edle Kämpferin«. Sollte es sich also bei Adelgundis um die keltische Göttin Badb in christlichem Gewand handeln? Bleiben wir am Ball, besser gesagt an der Göttin. Die keltische Göttin Morrigan – Attribut Rabe – erscheint als weibliche Trinität, als Fruchtbarkeitsgöttin Anu, als Muttergöttin Badb und als Todesgöttin Macha, kurz als heidnische Dreifaltigkeit! In keltischen Gebieten des »Imperium Romanum« gab es den Typus der Muttergottheiten, Matronen genannt. Häufig traten die himmlischen Damen als Trinität auf (Foto 7, weiter unten!).

Die keltische Göttin Macha, Attribut Rabe, spielt eine wichtige Rolle in der Mythologie Irlands. Ihr Name geht auf die indogermanische Wurzel »magh« zurück, zu Deutsch »kämpfen«. Ist also Adelgundis, zu Deutsch »edle Kämpferin«, die christliche Version der keltischen Göttin Macha? Da verwundert es mich nicht, dass auch Nemain, Attribut, eine Göttin des Kampfes war! Ist es ein Zufall, dass der Adelgundis, der »edlen Kämpferin« ein rabenartiger Vogel beigestellt wird, so wie den keltischen Göttinnen Badb, Morrigan, Macha und Nemain?

»Das Namensfest der hl. Adelgundis liegt in verdächtiger Nähe zum 1. Februar, dem Geburtstag der heiligen Brigitte von Irland, die damit das keltische Fest Imbolc, den Frühlingsanfang, christianisierte. Interessanterweise befindet sich die heilige Brigida unter den 16 Nothelfern, die in der Kapelle mitverehrt werden.«, lesen wir bei Paul und Sylvia Botheroyd (8).

Der Rabe ist offensichtlich sehr wichtig in der keltischen Welt der Göttinnen und Götter (9): Der germanische Gott Odin (Wotan), Gott der Weisheit und der Schlachten, konnte sich gelegentlich in einen Raben verwandeln. Außerdem führte er immer »Munin« und »Kunin« mit sich, zwei Raben, die er jeden Tag ausschickte um zu erfahren, was in der Welt Wichtiges geschah. Odin war der höchste Gott der Germanen und deshalb waren ihnen die Raben heilig. Sie verehrten sie als Göttervögel.

Foto 7: Keltische Matronen-Göttinnen.

»Heimat, deine Kelten«… Besinnen wir uns unserer kulturellen Wurzeln. Was wissen wir über unsere Heimat? Erkunden wir unsere Heimat! Gibt es auch bei Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, Spuren der Kelten? Gibt es auch bei Ihnen in Kapellen und Kirchen Hinweise auf »Heilige«, die als keltische Göttinnen in christlichem Gewand identifiziert werden können? Es lohnt sich zu recherchieren, zum Beispiel in altehrwürdigen Gotteshäusern, aber auch in Museen und Bibliotheken. Sagen aus alten Zeiten enthalten oft verschlüsselte Hinweise auf eine Vergangenheit, die vielleicht schon bald verdrängt und vergessen sein wird!

Fußnoten
1) Walter Langbein sen. (1924-2005)
2) Radunz, Konrad: »Der Staffelberg, eine antike Befestigung am Obermain«, »Heimatbeilage zum Amtlichen Schulanzeiger des Regierungsbezirks Oberfranken«, Bayreuth im Juli 1971, Nr. 36, Titelseite, Zeilen 11 – 13 von unten
3) ebenda, Seite 2, Zeilen 1-3 von unten und Seite 3, 3. Zeile von unten
4) ebenda, Zeile 10 von unten
5) ebenda, Seite 23, Zeilen 1-7 von unten
6) Radunz, Sigrid: »Der Staffelberg«, Lichtenfels 1983, Seite 19 unten und S. 20 oben
7) ebenda, S. 20: »Der hilfreiche Rabe«
8) Botheroyd, Paul und Sylvia: »Deutschland/ Auf den Spuren der Kelten«, München 1989, Kapitel Staffelstein, S. 193-196, Zitat S. 194
9) »Planet Wissen«/ Harald Brenner, ARD, http://www.planet-wissen.de,  Stand 23.10.2014


Zu den Fotos
Foto 1: Geoglyphen in der Atacamawüste, Chile. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 2: Staffelberg, historische Ansichtskarte. Foto Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 3: Staffelberg, historische Ansichtskarte  von 1926. Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 4: Frater Heinrich vor Klause und Kapelle. Historische Ansichtskarte, Archiv Walter-Jörg Langbein

Foto 5: Adelgundiskappe und Klause. Historische Ansichtskarte , Archiv Walter-Jörg Langbein
Foto 6: Blick auf den Staffelberg. Foto Walter-Jörg Langbein
Foto 7: Keltische Matronen-Göttinnen. Foto wiki commons/ Mediatus


Walter-Jörg Langbein
397 »Von einem, der auszog, um Pfarrer zu werden«,
Teil  397 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                       
erscheint am 27.8.2017


Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Sonntag, 7. Dezember 2014

255 »Ketzerisches von einem Theologen«

»Ein Panoptikum des Schreckens – in der Kirche – Teil 4«
Teil 255 der Serie
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                        
von Walter-Jörg Langbein


Die Hände des greisen Theologen zitterten. Es kostete ihn viel Kraft, den schweren Folianten aus dem Regal zu ziehen. Er wuchtete den kostbaren Band auf  den niedrigen Tisch und schlug zielsicher eine Seite auf. Mit knochiger Hand deutete er auf eine handkolorierte Abbildung. »Uraltes Wissen wird seit Ewigkeiten von Generation zu Generation weitergereicht, allen Zensoren zum Trotz!«

Nach einer kurze Pause setze der alte Herr fort: »Die Altvorderen glaubten, dass Gott oder die Götter über die Kraft der Magie verfügten und so die schrecklichsten Wesen schaffen konnten!  Mit der christlichen Theologie war natürlich ein solches Gottesbild nicht mehr vereinbar!«

Schöpfung nach Koberger. Foto Archiv W-J.Langbein

Mit einer fahrigen Handbewegung brachte er mich zum Schweigen. »Die Schöpfung Gottes war viel umfangreicher als uns das geschriebene Wort der biblischen Schriften glauben machen möchte. Es gab sicher auch deutliche Hinweise auf andere Kreaturen wie den Behemoth im ›Alten Testament‹, aber die wurden von eifrigen Zensoren gelöscht! Und doch wurde verbotenes Wissen weitergegeben!«

Wie das denn geschehen sei, warf ich fragend ein. »Meist haben begnadete Künstler vermeintlich nur biblische Texte illustriert. Und dabei mehr gezeigt als die Zensoren erkannt haben. In Drucken Kobergers aus dem späten 15. Jahrhundert sei die Schöpfung Gottes zu sehen gewesen, wie Eva aus der Seite Adams geschaffen worden sei, meinte der altehrwürdige ehemalige Professor der Theologie in seiner kleinen Wohnung im fränkischen Nürnberg.

Seite aus einer Koberger Bibel. Foto W-J.Langbein
»Da waren, oft innig fein und klein, während des Schöpfungsakts andere Lebewesen präsent, in den Meeren, zum Beispiel. Das waren die Drachen der Urzeit!« Der gelehrte Mann schlurfte wieder zu einem Bücherregal, das unter der Last dickleibiger Bände zusammenzubrechen drohte. »Haben Sie schon von Abt St. Brendanus gehört?« Stolz antwortete ich: »Brendan lebte Ende des fünften Jahrhunderts nach Christus, starb um 580. Manche behaupten, dass er ein Jahrtausend vor Kolumbus Amerika entdeckt hat, in einem erstaunlich kleinen Boot, zusammen mit einigen Mönchen aus seinem Kloster.«

Der alte Herr öffnete einen weiteren Folianten. »Ja, das stimmt! Im Mittelalter hat sich die gelehrte Welt intensiv mit den Seereisen des  Odysseus aus Irland beschäftigt. Mitte des vierzehnten Jahrhunderts entstanden – vermutlich im Böhmischen – Zeichnungen zu Brendans…«

St. Brendans Fabelwesen... Foto Archiv W-J.Langbein

Der Theologe deutete auf eine fleckige Zeichnung. »Sie können den Druck ruhig in die Hand nehmen…«, ermutige mich der Professor Emeritus. »Es ist eine Reproduktion,  kein Original!« Aufmerksam studierte ich die Skizze. »Das Original dürfte 1350, vielleicht 1360 entstanden sein!«, höre ich den einstigen Theologieprofessor mit brüchiger Stimme erklären. »Was sehen Sie?« Ich zögere, druckse herum. »Da ist ein, ein... Fabelwesen abgebildet. Es hat den Hinterleib eines Löwen, auch die Hinterbeine eines Löwen. Das Vorderteil passt nicht so recht dazu. Da sind Flügel, Beine und Kopf eines Greifvogels. Die Ohren passen wieder nicht so recht zum mächtigen Schnabel…«

Damals hatte ich keine Ahnung, dass ich Jahrzehnte später am Paradiestor zu Paderborn ganz ähnliche Kreaturen entdecken würde, Mischwesen aus dem Horrorkabinett eines mythologischen Frankenstein der Vorgeschichte, die so gar nicht in einen christlichen Zusammenhang zu passen schienen. Heute weiß ich, dass viele, ja unzählige Kuriosa und Monstrositäten in und an christlichen Gotteshäusern zu finden sind. Man muss nur bereit sein, sie zu sehen, sonst übergeht man sie allzuleicht.

»Und wie nennt man diese Kreatur?« Ich zögerte. »Es könnte sich um den Vogel Greif handeln…« Der Greis nickte. »Aber was sind Namen? Schall und Rauch! Jahrtausende alte Überlieferungen berichten von monströsen Wesen, die einst von den Göttern geschaffen wurden. Dazu gehörte einst auch der Vogel Greif!« Ich machte wohl ein in den Augen des Gelehrten unpassendes Gesicht.

Fabelwesen von Paderborn, Sphinx oder Pergasus?
Foto W-J.Langbein

»Sie müssen sich vom Gedanken verabschieden, dass die sogenannte heidnische Welt von der christlichen abgelöst wurde und spurlos verschwand! Uraltes heidnisches Wissen lebte in christlicher Kunst weiter, bis in unsere Tage! Diese Kunstwerke wären von christlichen Bilderstürmern schon längst vernichtet worden, hätte man die heidnischen Darstellungen nicht auch christlich interpretieren können! Vergessen Sie aber einfach die Erklärungen wie ›Flügel des Glaubens‹, ›Stärke Jesu‹ oder › Macht der Kirche‹!«

Jahrzehnte sind seit jenem Gespräch mit dem Professor in Nürnberg vergangen. Immer wenn ich den Dom zu Paderborn besuche, muss ich daran zurückdenken, besonders auch an die alten Drucke aus vergangenen Jahrhunderten! Der »Vogel Greif« aus Illustrationen zum Reisebericht des Heiligen Brendan ähnelt der einen oder der anderen Kreatur vom Relief am Paradiestor zu Paderborn. Dort gibt es unterschiedliche »Mischungen« unterschiedlichster Tierarten, Wesen mit Stierkopf , Menschenkopf, Schafs- oder Eselskopf, aber auch solche mit Vogelköpfen, die in der Literatur als »Vogel Greif« bezeichnet werden.  Zumindest eine der Kreaturen vom Paradiesportal hat Pferdehufe… und erinnert somit an den mystischen Pegasus aus der griechischen Mythologie. Pegasos war nach alter Überlieferung ein Wundertier und hat »mit seinem Hufschlag die Quelle Hippokrene auf dem Musenberg Helikon« (1) geöffnet.

Stier oder Stierpferd von Paderborn.
Foto W-J.Langbein

Ein solcher Pegasus passt sehr gut nach Paderborn, steht doch der beeindruckende Dom auf einigen der wichtigsten Quellen der Pader. Eben diese Quellen des Flüsschens Pader haben ja dem Ort den Namen gegeben! Älter als der heutige Dom ist die sogenannte »Bartholomäus-Kapelle«, wenige Meter vom »roten Tor« entfernt. Zuvor hat es hier ein heidnisches Heiligtum gegeben, das auf Befehl des unsäglichen Karl, der Große genannt, zerstört wurde. Reste einer vorchristlichen Inschrift weisen darauf hin, dass da einem »Drachen« Pferdeopfer dargebracht wurden. Wir sind auf Spekulationen angewiesen. Wurde in Paderborn ursprünglich eine weibliche Quellgottheit verehrt und angebetet? Der Drache steht gewöhnlich für die ins Negative gezerrte Göttin, die vor den patriarchalischen Herrschern den Himmel regierte.

Hörner am Kopf, Hufe an den Füßen. Foto W-J.Langbein

Der mythologische Pegasos hat die heilige Quelle Hippokrene geöffnet, so heißt es. In Paderborn soll es Wodan alias Wotan alias Odin gewesen sein, der einst die Quellen der Pader zum Sprudeln brachte. »Wie das Wunderpferd Pegasus hat auch das magische Pferd Wotans, Sleipnir, heilige Quellen aufgetan! Sie sehen also, dass die Geschichte Paderborns weit ins Heidentum zurückreicht!«, erfuhr ich von meinem gelehrten Gesprächspartner, der als Professor staubtrockene lutherische Theologie gelehrt hatte.  Seine Gedanken über verdrängtes Wissen aus uralten Quellen behielt er sonst strikt für sich.

Mein Gesprächspartner, ein einst angesehener Kirchenhistoriker, händigte mir ein altes Schwarzweißfoto einer auf einem Thron sitzenden »Madonna« aus. Außerdem gab er mir einen handgeschriebenen Bericht zum Lesen, der im Ersten Weltkrieg verfasst worden war (2). Demnach befand sich vor rund einem Jahrtausend im Vorgängerbau des Doms zu Paderborn eine Heiligenfigur der besonderen Art. Die »Mutter Gottes«, die auch eine ägyptische Muttergottheit darstellen könnte, war aus Lindenholz geschnitzt und trug ursprünglich eine »Bekleidung aus Metall«. Irgendwann wurde die Metallhülle, warum auch immer, entfernt. Offenbar war diese verschwundene Hülle mit Nägeln an der Heiligenfigur befestigt, deren Spuren vor rund einem Jahrhundert noch zu erkennen waren.

Foto Archiv W-J.Langbein
 Untersuchungen jüngeren Datums indes ergaben, dass die Holzfigur bunt bemalt war, sie war dann – vermutlich beim Brand des Doms anno 1058 –  einem Feuer ausgesetzt und wurde dann mit vergoldetem Kupferblech umhüllt. Die goldglänzende Außenhülle wurde allerdings wahrscheinlich schon bald wieder entfernt.

Sollte eine »heidnische« Göttin als Vorbild für die fast lebensgroße Marienfigur gedient haben? Ja wurde womöglich ein vorchristliches Göttinnenbild in eine den christlichen Theologen genehme Maria umgestaltet? Vor Jahrzehnten, als ich evangelisch-lutherische Theologie studierte, hielt ich derlei Gedanken für ketzerisch. Für mich war es eine Selbstverständlichkeit, dass es in christlichen Kirchen nur christliche Kunst gab. Nach und nach aber dämmerte es mir, dass die junge christliche Kirche mit Vorliebe Bilder der heidnischen Konkurrenz übernahm, um so größere Chancen bei den Anhängerinnen und Anhängern der älteren Kulte zu haben. Gerade in der frühen Geschichte der christlichen Kirche war die Entwicklung des Christentums zur größten Weltreligion alles andere als selbstverständlich. Die religiöse Geschichte der Welt hätte einen völlig anderen Verlauf nehmen können.

Wer offenen Auges durch die Kirchen Europas geht, entdeckt vieles, was man an solchen Orten wirklich nicht erwartet….

Ausblick auf Folge 256... Foto Langbein
Fußnoten

1) Biedermann, Hans: »Knaurs Lexikon der Symbole«, München 1989, siehe Stichwort »Pegasus«, S. 327 rechts unten
2) Handschriftliche Kopie eines Untersuchungsberichts, unbekannter Verfasser,
1916 oder 1917 erschienen. Das Manuskript liegt dem Verfasser leider nicht mehr vor.




»Odysseus und das Monster ... in der Kirche« 
»Ein Panoptikum des Schreckens – in der Kirche – Teil 5«
Teil 256 der Serie 
»Monstermauern, Mumien und Mysterien«                         
von Walter-Jörg Langbein,                        
erscheint am 14.12.2014



Besuchen Sie auch unser Nachrichtenblog!

Labels

Walter-Jörg Langbein (656) Sylvia B. (105) Osterinsel (79) Tuna von Blumenstein (46) Peru (34) Karl May (27) Nan Madol (27) g.c.roth (27) Maria Magdalena (22) Jesus (21) Karl der Große (19) Make Make (19) Externsteine (18) Für Sie gelesen (18) Bibel (17) Der Tote im Zwillbrocker Venn (17) Rezension (17) der tiger am gelben fluss (17) Autoren und ihre Region (16) Apokalypse (15) Vimanas (15) Atlantis der Südsee (13) Der hässliche Zwilling (13) Weseke (13) Blauregenmord (12) Nasca (12) Palenque (12) meniere desaster (12) Krimi (11) Pyramiden (11) Malta (10) Serie Teil meniere (10) Ägypten (10) Forentroll (9) Mexico (9) National Geographic (9) Straße der Toten (9) Lügde (8) Briefe an Lieschen (7) Monstermauern (7) Sphinx (7) Tempel der Inschriften (7) Winnetou (7) Lyrik (6) Marlies Bugmann (6) Mord (6) Märchen (6) altes Ägypten (6) 2012 - Endzeit und Neuanfang (5) Atahualpa (5) Hexenhausgeflüster (5) Mexico City (5) Mord in Genf (5) Satire (5) Thriller (5) Atacama Wüste (4) Cheopspyramide (4) Dan Brown (4) Ephraim Kishon (4) Hexenhausgeflüster- Sylvia B. (4) Leonardo da Vinci (4) Machu Picchu (4) Sacsayhuaman (4) Teutoburger Wald (4) große Pyramide (4) Meniere (3) Mondpyramide (3) Mord im ostfriesischen Hammrich (3) Mysterien (3) Sakrileg (3) Shakespeare (3) Bevor die Sintflut kam (2) Das Sakrileg und die heiligen Frauen (2) Friedhofsgeschichten (2) Goethe (2) Lexikon der biblischen Irrtümer (2) Markus Lanz (2) Münsterland-Krimi (2) Vincent van Gogh (2) Alphabet (1) Bestatten mein Name ist Tod (1) Hexen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen (1) Lyrichs Briefe an Lieschen Hexenhausgeflüster (1) Mord Ostfriesland (1) Mord und Totschlag (1) Münsterland (1) einmaleins lernen (1) meniére desaster (1)